Bereits Ende 2024 lag das Projekt für die lang ersehnte internationale Brücke zwischen Alcoutim (Portugal) und Sanlúcar de Guadiana (Spanien) vor – inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung, bilateraler Vereinbarung und gesicherter Finanzierung.
Doch obwohl inzwischen alle Voraussetzungen erfüllt scheinen, überschreitet der voraussichtliche Bauzeitraum deutlich die von der EU gesetzte Frist: Um Mittel aus der Wiederaufbaufazilität (PRR) zu erhalten, müsste das Projekt bis Juni 2026 abgeschlossen sein.
Trotzdem zeigt sich José Apolinário, Präsident der regionalen Entwicklungskommission CCDR Algarve, optimistisch. Er hofft weiterhin, die über € 14 Mio. aus dem europäischen Fördertopf sichern zu können – selbst wenn die Fertigstellung erst 2027 erfolgt, vorausgesetzt, das Verfahren startet jetzt.
Zum portugiesischen Nationalfeiertag am 10. Juni kamen erfreuliche Nachrichten aus Spanien: Der spanische Senat billigte das Abkommen, das Portugal und Spanien im Oktober 2024 bei der Luso-Spanischen Gipfelkonferenz in Faro unterzeichnet hatten. Zuvor war es bereits im Abgeordnetenhaus angenommen worden.
„Das Abkommen geht nun zurück ins Unterhaus und wird anschließend der spanischen Regierung vorgelegt. Wir erwarten, dass es Anfang Juli im spanischen Amtsblatt veröffentlicht wird“, erklärte Apolinário gegenüber der Zeitung Sul Informação.
„Wir haben derzeit keine Möglichkeit, die Brücke bis Juni 2026 fertigzustellen. Entweder gelingt es uns, im Rahmen des PRR eine Kreditlösung zu finden, die über diese Frist hinausgeht, oder wir müssen eine alternative Finanzierungsquelle erschließen. Momentan setzen wir alles daran, die PRR-Mittel doch noch nutzen zu können“, so Apolinário weiter. Insgesamt wird mit einer Investitionssumme von rund € 16 Mio. gerechnet.
Die Gemeinde Alcoutim, als federführende Bauherrin, hat bereits rund € 900.000 investiert, um die Ausschreibung vorzubereiten. Das Ausführungsprojekt sowie die Umwelt-, archäologische und geologische Studien liegen vollständig vor.
Während auf portugiesischer Seite – von den verschiedenen Regierungen bis hin zur kleinen Gemeinde Sanlúcar – stets der politische Wille zum Projekt gegeben war, geriet der Prozess auf spanischer Seite ins Stocken – nicht zuletzt weil die Zentralregierung in Madrid und die Regionalregierung von Andalusien unterschiedlichen politischen Lagern angehören.
Zwar konnte die bilaterale Vereinbarung auf dem Gipfel im Oktober 2024 abgeschlossen werden, doch die Finanzierung der Infrastruktur auf spanischer Seite gestaltete sich deutlich schwieriger.
„Die spanische Regierung hat mit der Junta de Andalucía und der Provinzverwaltung von Huelva ein Investitionspaket von rund € 10 Mio. verhandelt, um die Straßenanbindung auf spanischer Seite zu verbessern“, so Apolinário. Die Einigung wurde erst kürzlich erzielt: Die Kosten sollen zu gleichen Teilen von den drei beteiligten Institutionen getragen werden.
„Derzeit sind bereits € 1 Mio. für die Ausarbeitung der entsprechenden Projekte mobilisiert worden.“
Nun bleibt abzuwarten, wann die Finanzierungsquelle auf portugiesischer Seite steht – und wann die Gemeinde Alcoutim endlich die Ausschreibung veröffentlichen kann.

