Die AHRESP, Portugals führende Branchenvereinigung für Hotellerie und Gastronomie, warnt eindringlich vor der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer (IVA) in der Gastronomie von derzeit 13 % auf 23 %. Dieser Schritt, empfohlen von der technischen Einheit für Steuer- und Zollpolitik (U-Tax), würde viele kleine und familiengeführte Betriebe, die sich gerade erst von der Pandemie erholen, schwer treffen.
Die Branche steht aktuell vor großen Herausforderungen: Umsatzrückgänge, vor allem außerhalb der touristischen Zentren, massiv steigende Rohstoffpreise, hohe Verschuldung durch Corona-Hilfskredite, steigende Steuer- und Sozialabgaben sowie wachsende Lohnkosten angesichts der Inflation und der steigenden Lebenshaltungskosten. Besonders betroffen sind strukturschwache Regionen, wo Gastronomie oft eine der wichtigsten Wirtschaftssäulen darstellt.
Seit 2012 erlebt die Branche eine „Steuerkarussell“-Situation mit mehrfachen Mehrwertsteueränderungen – von 13 % auf 23 % und zurück auf 13 %. Eine erneute Anhebung würde viele Unternehmen in den Ruin treiben und Tausende Arbeitsplätze gefährden. Dabei hat die Senkung auf 13 % im Jahr 2016 maßgeblich zur Schaffung von über 50.000 neuen Jobs beigetragen und den Staat durch höhere Lohnsteuer- und Sozialabgabeneinnahmen profitieren lassen.
Auch europäische Vergleichsländer wie Spanien, Frankreich und Italien setzen niedrigere Mehrwertsteuersätze von rund 10 % in der Gastronomie an – ein klares Signal für die wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Sektors. Die AHRESP appelliert deshalb an die politische Vernunft und fordert stabile Rahmenbedingungen, um Innovation, Investitionen und Arbeitsplätze in Portugals Gastronomie nachhaltig zu sichern.

