Der Arade-Fluss wurde Zeuge von all den Zivilisationen, die seit der Eisenzeit seine Nähe suchten. Vor allem während der muslimischen Herrschaft spielte er eine entscheidende Rolle in der Region.
Nun nimmt die museale Aufbereitung der archäologischen Funde aus seinem Flussbett konkrete Formen an: Der Finanzierungszuschuss für das Projekt MUSA (Musealisierung archäologischer Funde vom Flussbett des Arade) wurde offiziell genehmigt.
Das Vorhaben, das von den Gemeinden Portimão und Lagoa gemeinsam mit dem nationalen Institut für Kulturerbe umgesetzt wird, sieht ein Investitionsvolumen von € 3,4 Mio. vor. Die Mittel stammen aus dem EU-Programm Algarve 2030.
Ziel des Projekts ist es, den archäologischen Reichtum im Flussbett des Arade zwischen Portimão und Lagoa zu sichern, wissenschaftlich aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Geplant sind u.a. archäologische Grabungskampagnen, Maßnahmen zur Konservierung und Restaurierung, die Neugestaltung des Zentrums für Unterwasserarchäologie in Portimão, der Bau eines neuen Museums in Lagoa sowie die Einrichtung eines besuchbaren Unterwasserreservats. Auch digitale Präsentationsformen sind vorgesehen.
Das Projekt soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein und versteht sich nicht nur als kulturhistorisches Vorhaben, sondern auch als Beitrag zur Bildung, Forschung und nachhaltigem Tourismus.
Ein zentraler Hintergrund des Projekts ist der geplante Ausbau des Hafens von Portimão, um größere Kreuzfahrtschiffe aufnehmen zu können. Da bei den dafür notwendigen Baggerarbeiten mit massiven Eingriffen in den unterseeischen Boden gerechnet wird, sollen die archäologischen Funde zuvor durch MUSA systematisch gesichert werden. Die Hafenverwaltung, Hauptprofiteur des Hafenausbaus, beteiligt sich allerdings nicht an der Finanzierung des Projekts.
Die regionale Entwicklungskommission CCDR betont, dass MUSA in enger Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen und nationalen Partnern – darunter die Uni Algarve und das Zentrum für Nautische und Unterwasserarchäologie (CNANS) – umgesetzt wird. Die Maßnahme stehe im Einklang mit den strategischen Zielen der EU-Kulturpolitik, insbesondere mit der „Neuen Kultur-Boussole“ der EU-Kommission.
„Dies ist ein entscheidender Schritt zur Aufwertung des unterwasserarchäologischen Erbes der Algarve und zur Verankerung von Kultur als treibender Kraft für nachhaltige Entwicklung“, erklärte die CCDR Algarve.
