Die portugiesische Regierung hat am Donnerstag, 25. September, umfassende Maßnahmen zur Entlastung des Wohnungsmarkts vorgestellt. Premierminister Luís Montenegro sprach von einer „Politik des Schocks“, die Bau- und Mietsektor in Bewegung bringen solle.
Kernpunkt ist die Einführung eines ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 6 % für Neubauten bis zu einem Verkaufswert von 648.000 Euro sowie für Mietwohnungen bis zu einer Monatsmiete von 2.300 Euro. Das Regime soll bis 2029 gelten. Zudem werden Vermieter, die Wohnungen in diesem Preissegment anbieten, von der Zusatzsteuer auf Immobilienbesitz (Imposto Municipal sobre Imóveis, IMI) befreit.
Montenegro betonte, es gehe nicht allein um sozial Schwächere, sondern um breite Teile der Gesellschaft. Ziel sei es, „Ärzten, Lehrkräften, Sicherheitskräften und der Mittelschicht insgesamt“ erschwinglichen Wohnraum zu sichern – insbesondere in stark belasteten Regionen wie Lissabon und Porto.
Weitere steuerliche Maßnahmen umfassen höhere Absetzbarkeit von Mietausgaben in der Einkommensteuer: von zunächst 900 auf bis zu 1.000 Euro im kommenden Jahr. Wer zusätzliche Wohnungen auf den Markt bringt, soll künftig nur 10 % Einkommensteuer zahlen.
Auf der Gegenseite kündigte die Regierung eine Verschärfung der Grunderwerbssteuer (Imposto Municipal sobre a Transmissão Onerosa de Imóveis, IMT) für Käufe durch nicht in Portugal ansässige Personen an. Portugiesische Auswanderer bleiben von der Regelung ausgenommen.
Der Premier sprach von einem „ambitionierten, inklusiven Projekt“, das das Wohnungsangebot steigern, Preise dämpfen und zugleich das Wirtschaftswachstum stützen soll. Zugleich versprach er Haushaltsdisziplin: Die Maßnahmen würden umgesetzt, ohne die angestrebten Budgetüberschüsse der kommenden Jahre zu gefährden.

