Die Nationale Seeschifffahrtsbehörde (AMN) warnt vor den zunehmenden Gefahren an Portugals Küsten außerhalb der Badesaison. Mit ihrer Kampagne „Mar de Inverno“ (Wintermeer) ruft sie dazu auf, besonders vorsichtig zu sein und die Risiken durch starke Brandung und plötzlich auftretende hohe Wellen ernst zu nehmen. Auch bei Sonnenschein und milden Temperaturen können sich die Bedingungen auf dem Meer schnell verändern. Starke Wellen und Veränderungen der Strandbeschaffenheit können selbst an vermeintlich sicheren Stellen gefährliche Situationen verursachen. Die Behörde empfiehlt deshalb, unnötige Aufenthalte unmittelbar am Wasser zu vermeiden. Besondere Vorsicht gilt an Hafenmolen, Klippen, Steilküsten und in Bereichen mit starker Brandung. Spaziergänger sollten ausreichend Abstand zur Wasserkante halten und dem Meer niemals den Rücken zukehren. Vom Baden außerhalb der offiziellen Saison rät die AMN ausdrücklich ab, da eine permanente Badeaufsicht fehlt.
Auch Eltern werden aufgefordert, Kinder stets im Blick zu behalten und von der Wasserlinie fernzuhalten. Angler sollten insbesondere an Klippen und exponierten Küstenabschnitten besondere Vorsicht walten lassen. Bootsbesitzer werden gebeten, ihre Boote ausreichend zu sichern und regelmäßig zu kontrollieren. Wer allein aufs Meer hinausfährt, sollte eine Vertrauensperson über Ziel und geplante Rückkehrzeit informieren. Vor jedem Aufenthalt an der Küste empfiehlt sich zudem ein Blick auf Wettervorhersagen und Seewarnungen. Bei Gefahr soll umgehend der Notruf 112 gewählt werden.
Die Warnung kommt nach einer Badesaison mit einer traurigen Bilanz: Zwischen dem 15. April und dem 31. Oktober starben an Portugals Stränden 31 Menschen. 17 Todesfälle waren auf Ertrinken zurückzuführen, zwölf auf plötzliche Erkrankungen. Zwei Todesursachen blieben ungeklärt. Im selben Zeitraum registrierte die AMN 1.479 Rettungseinsätze und 2.782 Erste-Hilfe-Maßnahmen.

