Portugal hat Ende 2025 erstmals die Marke von 11,4 Millionen Einwohnern überschritten. Wie das Nationale Statistikinstitut INE am Montag mitteilte, lebten zu Jahresbeginn 11.424.031 Menschen im Land – 36.809 mehr als im Vorjahr. Das Wachstum ist ausschließlich der Zuwanderung zu verdanken, denn die Geburtenbilanz bleibt negativ: 34.053 Menschen starben mehr als geboren wurden. Der Wanderungssaldo von 70.862 Personen glich dieses Defizit mehr als aus.
Die Bevölkerung ausländischer Staatsangehörigkeit hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt – von 748.155 auf 1.597.539. Das entspricht 14 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der portugiesischen Staatsbürger sank im gleichen Zeitraum um 24.470 auf 9.826.492.
Besonders auffällig ist die junge Altersstruktur der Zugewanderten: 86,1 % sind zwischen 15 und 64 Jahre alt, nur 5 % über 65. Dadurch konnte die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gestärkt werden – ihr Anteil stieg von 63,7 auf 64,3 %. Dennoch altert Portugal weiter: Der Altenquotient stieg von 178,3 auf 188,8 Senioren pro 100 Jugendliche. Das Durchschnittsalter liegt nun bei 45,8 Jahren.
Größte Ausländergruppe bleiben die Brasilianer mit 574.195 Personen, gefolgt von Angolanern (103.140) und Indern (93.683).
Regional zeigt sich ein geteiltes Bild: Die Großraum Lissabon hat mit 546.419 die meisten ausländischen Einwohner. Den höchsten Anteil verzeichnet jedoch die Algarve mit 27,9 %, gefolgt von Lissabon (22,6) und Setúbal (18,3). Zwischen 2021 und 2025 wuchs die Algarve mit 13,8 % am stärksten.
Die neuen Zahlen basieren erstmals vollständig auf Verwaltungsdaten. Das INE hat auch die Vorjahre nach dieser Methode neu berechnet. Das Fazit der Statistiker: Portugal wächst dank Einwanderung und verjüngt seine Erwerbsbevölkerung – doch der demografische Wandel bleibt eine Herausforderung.

