Die Wirtschaftsverbände ACALB und AHRESP kritisieren die neuen kommunalen Regelungen für das Nachtleben in Albufeira und fordern einen offenen Dialog mit der Stadtverwaltung. Im Mittelpunkt steht ein neues kommunales Dekret, das Betriebszeiten und Lärmschutzvorgaben im gesamten Gemeindegebiet verschärft.
Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Rui Cristina (Chega) hatte zuvor neue Einschränkungen angekündigt. Demnach sollen Bars ab heute, dem 1. Juni, um 03:00 Uhr schließen, Diskotheken um 05:00 Uhr, während Geschäfte wie Supermärkte und Convenience Stores bereits um 23:00 Uhr schließen müssen.
Der Bürgermeister begründet die Maßnahmen mit anhaltendem Lärm und nächtlichen Störungen. Ziel sei es, die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern, ohne das Nachtleben grundsätzlich einzuschränken. Dieses solle weiterhin bestehen, jedoch stärker reguliert werden.
Zusätzlich sind strengere Lärmkontrollen sowie der verpflichtende Einsatz von Schallbegrenzern vorgesehen, um Regelverstöße zu verhindern.
Die ACALB warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Maßnahmen, insbesondere zu Beginn der touristischen Hochsaison. Betroffen seien zentrale Branchen wie Gastronomie, Hotellerie, Handel, Tourismusunterhaltung und Beschäftigung. Zudem werden Fragen zur praktischen Umsetzbarkeit und rechtlichen Grundlage der Regelung aufgeworfen.
Auch die AHRESP äußert Bedenken und plädiert für eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit der Stadtverwaltung. Zwar sei ein Ausgleich zwischen Tourismus, Anwohnerinteressen und öffentlichem Raum notwendig, die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors für Albufeira dürfe jedoch nicht unterschätzt werden. Gastronomie und Beherbergung seien zentrale Träger von Beschäftigung und regionaler Wertschöpfung.
Albufeira gehört zu den wichtigsten Tourismuszentren Portugals und kämpft seit Jahren mit Problemen wie Lärm, Alkoholkonsum im öffentlichen Raum und Vorfällen in Ausgehvierteln wie der Innenstadt und der Oura-Zone.
Bereits 2025 wurden der Verkauf alkoholischer Getränke zum Konsum auf der Straße zeitlich eingeschränkt sowie ein Verhaltenskodex eingeführt, der u. a. Sanktionen für das Tragen von Badebekleidung außerhalb von Strandbereichen vorsieht.
Beide Verbände betonen ihre Bereitschaft zum Dialog und fordern Lösungen, die wirtschaftliche Stabilität, Tourismus und Lebensqualität miteinander in Einklang bringen.

