Angesichts der schweren Schäden durch die Unwetter – insbesondere durch Sturm Kristin, dessen direkte Kosten auf mehr als € 4 Mrd. geschätzt werden – und des Arbeitskräftemangels im Bausektor wird in Portugal öffentlich über die gezielte Zulassung ausländischer Arbeitskräfte für den Wiederaufbau diskutiert.
Wirtschafts- und Kohäsionsminister Manuel Castro Almeida erklärte, die Regierung erwäge die Einreise zusätzlicher Migranten, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken. Unternehmen im Bau- und öffentlichen Sektor seien dazu bereit, sofern gesetzliche Vorgaben und faire Arbeitsbedingungen eingehalten würden. Die Debatte folgt auf einen Vorschlag von Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa, einen speziellen „Einreisekanal“ für Arbeitskräfte zu prüfen. Er betonte, es handle sich um eine sachliche Antwort auf ein reales Arbeitsmarktproblem.
Vor dem Hintergrund der 2025 verschärften Migrationsgesetzgebung gibt es jedoch auch Kritik. In sozialen Medien und Online-Diskussionen äußern User ironisch, ausländische Arbeitskräfte kämen doch lediglich wegen staalicher Unterstützung nach Portugal, nicht um zu arbeiten, und fragen, warum nicht „patriotische“ Portugiesen den Wiederaufbau übernehmen.
Andere warnen vor einer politischen Instrumentalisierung von Migration.

