Portugal gehört weiterhin zu den attraktivsten Ländern Europas für ausländische Direktinvestitionen (FDI): Laut dem aktuellen EY Attractiveness Survey 2025 belegt das Land Platz 9 im europäischen Ranking, es verlor im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze. Der Rückgang spiegelt nicht unbedingt ein geringeres Interesse wider – im Gegenteil: Die Zahl der neuen Projekte stieg um 21 %. Insgesamt wurden 2024 196 FDI-Projekte gezählt, wobei die Expansion bestehender Projekte um 50 % sank. Diese Entwicklung könnte auf eine Konsolidierungsphase hinweisen. Trotzdem blieb Portugal führend bei der Schaffung von Arbeitsplätzen – im Gegensatz zum europäischen Durchschnitt, wo ein Rückgang von 16 % zu verzeichnen war.
Investoren loben besonders die hochqualifizierte Arbeitskraft, die strategische Lage und das Innovationspotenzial des Landes – vor allem in Bereichen wie Digitalisierung, Energiewende und Künstliche Intelligenz (KI). Insbesondere Regionen außerhalb von Lissabon und Porto gewinnen an Bedeutung, darunter der Alentejo, der sich zur neuen Investorenregion entwickelt. Ein bemerkenswerter Trend: Der Anteil von außereuropäischem Kapital steigt, vor allem durch den zunehmenden Einfluss Brasiliens. 16 von 36 brasilianischen FDI-Projekten in Europa gingen 2024 nach Portugal.
Trotzdem bremst die europäische Konjunkturflaute auch in Portugal die Erwartungen. Nur noch 60 % der Investoren planen kurzfristige Expansionen – deutlich weniger als im Vorjahr. Langfristig bleibt Portugal jedoch vielversprechend: 61 % erwarten eine steigende Attraktivität bis 2028.
Für den künftigen Erfolg sehen Investoren vereinfachte Besteuerung und besseren Zugang zu Kapital als entscheidende Hebel. Auch Investitionen in technologische Infrastruktur und KI-Start-ups sollen das Land als Innovationsstandort weiter stärken.

