Fünf der führenden portugiesischen Meeresforschungszentren haben sich erstmals zusammengeschlossen und fordern, den Ozean als strategischen Schwerpunkt der nationalen Forschungs- und Innovationspolitik anzuerkennen. In einem Manifest appellieren MARE, CESAM, CIIMAR, CCMAR und OKEANOS an die neue Agentur für Forschung und Innovation (AI²), das Meer als eigenständigen Zukunftsbereich in ihre Förderstrategie aufzunehmen.
Nach Ansicht der Wissenschaftler vereint kein anderes Themenfeld so viele Zukunftsfragen – vom Klimaschutz über Energie, Biodiversität und Ernährungssicherheit bis zu Künstlicher Intelligenz und wirtschaftlicher Entwicklung. Portugal verwaltet eine Ausschließliche Wirtschaftszone von rund 1,7 Mio. km²; mit dem beantragten erweiterten Festlandsockel wären es mehr als vier Millionen. Rund 97 % des Staatsgebiets bestehen aus Meeresflächen.
Die Institute kritisieren die bislang zu kurzfristige Forschungsförderung. Dreijährige Projektlaufzeiten reichten für langfristige Beobachtungen und den Betrieb mariner Infrastruktur nicht aus. Auch befristete Arbeitsverträge und der Mangel an Forschungsschiffen erschwerten die Entwicklung des Sektors. Die fünf Zentren vertreten gemeinsam mehr als 900 promovierte Wissenschaftler.

