Der portugiesische Staat hat 2025 insgesamt € 5,4 Mrd. an nicht rückzahlbaren Zuschüssen und Transfers vergeben. Beim Verwendungszweck und bei den Empfängern eines Teils dieser Gelder bestehen allerdings weiterhin erhebliche Informationslücken. Das geht aus dem Prüfbericht des Rechnungshofs zur Staatsrechnung 2025 hervor. Von den insgesamt € 5,4 Mrd. an staatlichen Hilfen waren Angaben zu € 956 Mio. im System der Haushaltsausführung unzureichend. Nach zusätzlichen Informationen der zuständigen Stellen konnten € 430 Mio. geklärt werden. Bei € 526 Mio. bleiben Fragen offen. Für € 378 Mio. ließ sich nicht feststellen, welchen konkreten Hilfen sie zuzuordnen sind. Weitere € 178 Mio. waren mit nicht näher bestimmten Zwecken verbunden.
Der Rechnungshof kritisiert die fehlende Detailtiefe, weil dadurch die Kontrolle der Verwendung öffentlicher Mittel erschwert werde. Besonders umfangreich waren die Zahlungen im Wirtschaftsbereich. Dort stiegen die Hilfen gegenüber 2024 um 53,9 %, u. a. im Zusammenhang mit Förderungen aus dem Aufbau- und Resilienzplan (PRR).
Auch bei den Steuereinnahmen sieht der Rechnungshof Risiken. Ende 2025 betrug die zwangsweise einzutreibende Steuerschuld € 29,6 Mrd. Davon galten € 12,1 Mrd. als uneinbringlich. Gleichzeitig lagen die überfälligen Zahlungen des öffentlichen Sektors an Lieferanten im Jahresdurchschnitt bei € 420 Mio. Besonders unter Druck steht weiterhin das Gesundheitswesen. Zur Deckung von Verlusten öffentlicher Gesundheitseinheiten flossen 2025 € 1,3 Mrd. an Kapital. Ende des Jahres waren dennoch € 380 Mio. an fälligen Verbindlichkeiten offen. Der Rechnungshof verweist zudem auf weitere Lücken bei der Darstellung der Staatsverschuldung, der Steuervergünstigungen und des öffentlichen Finanzvermögens. Portugal muss zwischen 2026 und 2028 rund € 61 Mrd. an Schulden refinanzieren. Die Staatsrechnung 2025 erfüllt nach Einschätzung des Rechnungshofs zum dritten Mal in Folge nicht vollständig die Vorgaben des Haushaltsrechts.

