Portugal arbeitet an einer Reform der Vorschriften für ausländische Direktinvestitionen. Anlass ist eine neue EU-Verordnung, die alle Mitgliedstaaten verpflichtet, nationale Prüfmechanismen für Investitionen in sicherheitsrelevanten und strategischen Bereichen einzuführen. Derzeit prüft die portugiesische Regierung den künftigen Rechtsrahmen, um die bestehenden Regelungen an die neuen EU-Vorgaben anzupassen. Bislang verfügt Portugal nur über begrenzte Möglichkeiten, Investitionen aus Drittstaaten systematisch zu überprüfen.
Die neue EU-Verordnung ist im Juli 2026 in Kraft getreten. Bis zum 17. Januar 2028 müssen alle EU-Mitgliedstaaten ein nationales Screening-System eingerichtet haben. Dieses soll Investitionen in Bereichen wie kritischer Infrastruktur, Energieversorgung, Schlüsseltechnologien sowie anderen sicherheitsrelevanten Sektoren erfassen und bei Bedarf überprüfen. Mit den neuen Regeln soll der Schutz strategisch wichtiger Bereiche in der EU gestärkt werden. Gleichzeitig ist eine engere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der EU-Kommission vorgesehen, um mögliche Risiken durch ausländische Investitionen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam zu bewerten.
Wie das neue portugiesische Prüfverfahren im Detail aussehen wird, ist noch offen. Die Regierung arbeitet derzeit an den gesetzlichen Grundlagen, damit die europäischen Vorgaben fristgerecht umgesetzt werden können.

