Der Bau der Meerwasserentsalzungsanlage bei Albufeira soll in der kommenden Woche beginnen. 2028 soll die Anlage in Betrieb gehen.
Die staatliche Wasser- und Abwassergesellschaft Águas do Algarve hat am Mittwoch die formelle Bauvergabe unterzeichnet und damit den Startschuss für das Projekt gegeben. Zuvor hatte die portugiesische Umweltagentur (APA) grünes Licht für die Umsetzung erteilt, nachdem die Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmen der sogenannten DCAPE-Genehmigung abgeschlossen worden war.
Die Anlage gilt als strategisches Infrastrukturprojekt, das die Wasserversorgung der Algarve-Region langfristig stabilisieren soll. Ziel ist es, die zunehmenden Auswirkungen von Dürreperioden und Klimawandel abzufedern und die Abhängigkeit von Süßwasserreserven zu verringern.
In der ersten Ausbaustufe soll die Anlage jährlich bis zu 16 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus Meerwasser gewinnen können. Eine spätere Erweiterung auf bis zu 24 Millionen Kubikmeter ist vorgesehen. Damit soll nicht nur die öffentliche Wasserversorgung gesichert, sondern auch der Druck auf natürliche Süßwasserressourcen reduziert werden.
Technologisch setzt das Projekt auf ein modernes Entsalzungsverfahren mit energieeffizienten Systemen und Energierückgewinnungstechnologien. Laut Betreiber sollen dadurch sowohl der Energieverbrauch als auch die Umweltauswirkungen minimiert werden.
Die Umweltbehörde knüpfte ihre Zustimmung an strenge Auflagen, darunter Maßnahmen zur Schadensbegrenzung, kontinuierliches Umweltmonitoring sowie Vorgaben zum Schutz mariner und terrestrischer Ökosysteme. Auch Aspekte des Landschafts- und Kulturerbes sollen während der Bauarbeiten berücksichtigt werden.
Die portugiesische Umweltministerin bezeichnete das Vorhaben bereits als „unumkehrbar“ und betonte, alle erforderlichen Genehmigungen seien grundsätzlich erteilt worden. Gleichzeitig läuft jedoch noch eine öffentliche Konsultation zum System der Meerwasserentnahme und der Ableitung der salzhaltigen Sole. Diese betrifft das sogenannte TUPEM (Titel zur privaten Nutzung des nationalen maritimen Raums) für die Einleitung der Entsalzungsrückstände ins Meer und dauert noch bis zum 11. Mai. Das Verfahren wird von der Generaldirektion für natürliche Ressourcen, Sicherheit und maritime Dienste geführt. Laut Projektunterlagen ist diese Genehmigung erst für den späteren Betrieb der Anlage erforderlich, während die Bauarbeiten an Land unabhängig davon beginnen können.
Das Projekt durchlief bereits mehrere Umweltverfahren: Eine positive, aber an Bedingungen geknüpfte Umweltverträglichkeitserklärung wurde im April 2024 ausgestellt, später folgte die bestätigende Umweltkonformität des Ausführungsprojekts. Zudem liegt seit November vergangenen Jahres ein einheitlicher Umweltgenehmigungstitel (TUA) vor.
Das Vorhaben stößt weiterhin auf Kritik von Umweltorganisationen sowie Bürgerinitiativen. Auch der Bürgermeister von Albufeira äußerte zuletzt deutlichen Widerstand und bezeichnete das Projekt als politischen, ökologischen und territorialen Fehler. Die Umweltministerin hält dagegen an der Umsetzung fest und bezeichnete das Projekt als „irreversibel“.

