Die Lufthansa hat den Zuschlag für den teilweisen Kauf der portugiesischen Fluggesellschaft TAP erhalten. Das teilte Ministerpräsident Luís Montenegro heute mit. Die Offerte des deutschen Konzerns sei finanziell 16 Prozent höher als das konkurrierende Angebot von Air France-KLM und mit geringeren Unsicherheiten verbunden.
Geplant ist der Verkauf von 44,9 Prozent der TAP-Anteile an die Lufthansa. Weitere fünf Prozent sind für die Beschäftigten vorgesehen. Der portugiesische Staat behält damit zunächst die Mehrheit. Der Gesamtwert der Transaktion wird mit 2,552 Milliarden Euro angegeben.
Die Lufthansa plant, die Flotte der TAP auszubauen, die Marke und den Hauptsitz in Portugal zu erhalten und den Standort Lissabon als Drehkreuz zu stärken. Porto soll als zweite Basis mit acht Langstreckenflugzeugen ausgebaut werden. Bis 2035 soll die Flotte auf 117 Maschinen wachsen, danach auf 130.
Zu den angekündigten Investitionen gehören 300 Millionen Euro für den Bereich Wartung und Technik sowie die Schaffung von 700 Arbeitsplätzen in Santa Maria da Feira. In Tancos soll zudem eine Pilotenschule entstehen. Dafür ist eine Beteiligung des portugiesischen Staates von rund 50 Millionen Euro vorgesehen. Die zivile Nutzung des Militärflugplatzes könnte nach Angaben des Infrastrukturministers zwischen 2029 und 2030 beginnen.
Die Regierung schließt außerdem eine vollständige Privatisierung bis 2028 nicht aus. In einer zweiten Phase könnte der Staat seine verbleibenden TAP-Anteile gegen Aktien der Lufthansa-Holding tauschen und dadurch zum zweitgrößten Anteilseigner des europäischen Luftfahrtkonzerns werden.
Die Entscheidung ist noch nicht endgültig. Es folgen weitere Verhandlungen und regulatorische Genehmigungen.

