Im portugiesischen staatlichen Gesundheitsdienst SNS warten derzeit 1.364.561 Menschen auf die Zuteilung eines Hausarztes. Das geht aus der nun abgeschlossenen Bereinigung des Nationalen Patientenregisters (RNU) hervor. Insgesamt sind 10.769.099 Menschen in der medizinischen Grundversorgung registriert. Davon erfüllten 10.599.255 die Voraussetzungen für einen Hausarzt. Die Hausarzt-Versorgung liegt landesweit bei 87 %. Insgesamt verfügen 9.234.694 Patienten über einen zugewiesenen Arzt.
Besonders groß sind die regionalen Unterschiede: Im Norden beträgt die Versorgungsquote 98 %, im Zentrum 95 % und im Alentejo 83 %. Die Algarve erreicht 80 %, während Lissabon und das Tejo-Tal mit 74 % das Schlusslicht bilden.
Die Gesundheitsbehörden sprechen von einer seit 2017 geplanten strukturellen Reform des RNU. Dabei wurden die insgesamt 19,3 Mio. Datensätze neu geordnet, um zwischen tatsächlichen Patienten, verschiedenen Registrierungsarten und Personen mit Anspruch auf einen Hausarzt unterscheiden zu können. Seit Mitte Juli ist die Zahl der registrierten Patienten um 38.768 gestiegen. Gleichzeitig erhielten 104.453 weitere Menschen einen Hausarzt. Die Behörden führen dies unter anderem auf neue Registrierungen, aktualisierte Daten und die Besetzung freier Arztstellen zurück. Eine jüngste Ausschreibung ermöglichte die Besetzung von 273 der 711 ausgeschriebenen Stellen für Allgemein- und Familienmedizin. Die Behörden rufen Patienten zudem dazu auf, ihre persönlichen Daten im Register aktuell zu halten.

