Im August hatte die Regierung den Bau einer Müllverbrennungsanlage in der Algarve angekündigt. Die Umweltorganisation ZERO kritisierte das Vorhaben und schlägt stattdessen zwei Anlagen zur mechanisch-biologischen Abfallbehandlung (MBA) vor. Umweltministerin Maria da Graça Carvalho hat inzwischen zugesagt, den Vorschlag in eine geplante Studie der Umweltbehörde APA zur Abfallwirtschaft in der Algarve aufzunehmen.
ZERO schlägt vor, jeweils eine MBA-Anlage an den beiden Deponiestandorten des Entsorgungsunternehmens Algar zu errichten. Damit könnten organische Abfälle behandelt und wiederverwertbare Materialien aussortiert werden. Nach Einschätzung der Organisation ließen sich so rund 70 % des unsortierten Hausmülls von den Deponien fernhalten.
Als Vorteile gegenüber der Verbrennung nennt ZERO kürzere Bauzeiten und geringere Kosten. Die MBA-Anlagen könnten innerhalb von drei Jahren entstehen und würden nach Schätzung der Organisation höchstens € 150 Mio. kosten. Für eine Müllverbrennungsanlage seien mindestens € 300 Mio. und eine Bauzeit von sieben Jahren erforderlich. Hinzu kämen Kosten für die CO₂-Abscheidung. Außerdem seien geeignete Standorte in der Algarve schwer zu finden.
Auch ökologisch sei die MBA-Lösung vorzuziehen: Sie ermögliche die Verwertung organischer Abfälle durch Kompostierung oder Vergärung sowie die Rückgewinnung von Kunststoffen, Glas, Karton und Metallen. Bei der Verbrennung gingen dagegen viele wiederverwertbare Materialien verloren. Zudem entstehe durch die Verbrennung von Kunststoffen besonders viel CO₂.
Ergänzend fordert ZERO ein flächendeckendes System zur getrennten Müllsammlung, einschließlich der Abholung von Verpackungen und Bioabfällen direkt bei den Haushalten. Die Müllgebühren sollten sich künftig nach der Menge des nicht getrennt gesammelten Restmülls richten und nicht mehr am Wasserverbrauch orientieren. Restaurants und andere Gastronomiebetriebe sollten dabei Vorrang haben.
Die Umweltbehörde APA soll die verschiedenen Entsorgungsoptionen nun in einer Studie bewerten. ZERO erwartet, dass diese zugunsten der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung ausfällt.

