Nachdem der Pressevertrieb VASP Ende 2025 angekündigt hatte, die Zeitungsverteilung in acht Distrikten wegen mangelnder Rentabilität infrage zu stellen, schrieb die Regierung die Leistung öffentlich aus. Nun erhielt das Unternehmen erneut den Zuschlag. Für drei Jahre zahlt der Staat rund 2,29 Millionen Euro.
Die VASP begründete ihre damaligen Pläne mit sinkenden Verkaufszahlen und steigenden Betriebskosten. Damit drohte insbesondere dünn besiedelten Regionen im Landesinneren der Zugang zur gedruckten Presse verloren zu gehen. Die öffentliche Ausschreibung war bereits im Aktionsplan für die Medien von 2024 vorgesehen. Ziel ist es, die landesweite Versorgung zu sichern und die Kosten durch Wettbewerb zu senken, statt den bisherigen Anbieter direkt zu subventionieren.
Die Ausschreibung umfasst zwei Lose und gilt für alle Gemeinden auf dem portugiesischen Festland. Obwohl das Verfahren auch anderen Anbietern offenstand, erhielt die VASP erneut den Zuschlag. Laut Präsidialminister António Leitão Amaro hatte das Unternehmen sein Angebot verbessert und einen günstigeren Preis vorgelegt.
Der Vertrag verpflichtet den Anbieter, in jeder Gemeinde mindestens eine öffentlich zugängliche Verkaufsstelle an mindestens 300 Tagen im Jahr zu gewährleisten. In strukturschwachen Gemeinden sind im ersten Los mindestens fünf Verkaufsstellen pro Gemeinde vorgeschrieben. Bei Nichteinhaltung drohen Sanktionen.
Für das erste Los beträgt der Zuschlag 1.232.252,70 Euro, rund 30 Prozent weniger als der Ausgangswert von 1.760.361 Euro. Für das zweite Los wurden 1.056.216 Euro vereinbart, rund 20 Prozent unter dem jeweiligen Ausgangswert.
Insgesamt zahlt der Staat für beide Lose über drei Jahre 2.288.568,70 Euro, rund 763.000 Euro jährlich. Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei 10,5 Millionen Euro für denselben Zeitraum. Gegenüber dieser Schätzung sinken die Ausgaben um rund 78 Prozent. Verglichen mit dem Ausschreibungsbudget von insgesamt rund 3,08 Millionen Euro liegt der Zuschlagspreis etwa 26 Prozent niedriger.
Das von der staatlichen Initiative Portugal MediaLab durchgeführte Vergabeverfahren umfasste zwei Angebote. Nach Stellungnahmen beider Bieter und ergänzenden Prüfungen bestätigte der Abschlussbericht die ursprüngliche Rangfolge und empfahl, beide Lose an die VASP zu vergeben.

