Die Vermögensungleichheit in Portugal bleibt ausgeprägt. Die reichsten 10 % der Haushalte besitzen 59 % des gesamten Nettovermögens, während auf die ärmste Hälfte lediglich rund 6 % entfallen. Das geht aus neuen Statistiken der portugiesischen Zentralbank (BdP) hervor, die heute, dem Europäischen Tag der Statistik, veröffentlicht wurden.
Zwischen Ende 2010 und dem ersten Quartal 2026 stieg das Nettovermögen der reichsten 10 % um 73 % auf € 714 Mrd. Das Nettovermögen bezeichnet den Wert des Besitzes abzüglich der Schulden. Die ärmsten 50 % verzeichneten im selben Zeitraum einen deutlich geringeren Zuwachs von 51 %. Ihr Anteil am Gesamtvermögen sank von 6,7 auf 5,9 %.
Immobilien bleiben wichtigster Vermögenswert
Nach Angaben der Zentralbank ist das Nettovermögen der portugiesischen Haushalte in den vergangenen 15 Jahren vor allem durch die Wertsteigerung von Immobilien und Finanzanlagen gewachsen. Wohnimmobilien bilden weiterhin den größten Vermögensbestandteil, gefolgt von Bankeinlagen und Kapitalbeteiligungen, etwa an Investmentfonds.
Die Zusammensetzung des Vermögens unterscheidet sich jedoch deutlich je nach Einkommens- und Vermögensgruppe. Bei den ärmsten Haushalten machten Immobilien 2025 rund 74 % der Vermögenswerte aus. Bei den reichsten 10 % lag ihr Anteil dagegen unter 40 %. Dafür entfielen in dieser Gruppe 28 % der Vermögenswerte auf Kapitalbeteiligungen. Bankeinlagen machten gruppenübergreifend zwischen 17 und 21 % aus.
Vermögensverteilung bleibt ungleich
Laut der Zentralbank blieb die Vermögensverteilung zwischen 2010 und 2025 insgesamt ungleich und relativ stabil. Das Medianvermögen, das die Haushalte in eine reichere und eine ärmere Hälfte teilt, stieg zwar, lag aber weiterhin unter dem Niveau der Eurozone. Die Ungleichheitsindikatoren bewegten sich hingegen auf einem ähnlichen Niveau wie im Euroraum.
Dass die ärmere Hälfte der portugiesischen Haushalte einen etwas größeren Anteil am Gesamtvermögen besitzt als vergleichbare Haushalte in der Eurozone, führt die Zentralbank vor allem auf den hohen Anteil an Wohneigentum zurück (über Kredit finanziert). Zwischen 2010 und 2025 entfielen in Portugal durchschnittlich 6,1 % des Nettovermögens auf die Haushalte unterhalb des Medians, gegenüber 4,5 % in der Eurozone.
Bei den Verbindlichkeiten bildeten Immobilienkredite in allen Vermögensgruppen den größten Anteil der Schulden.

