Die Privatisierung der portugiesischen Fluggesellschaft TAP geht in eine weitere Verhandlungsrunde. Die Regierung hat das Verfahren bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, um die letzten Verhandlungen mit den beiden verbliebenen Interessenten abzuschließen. Dabei handelt es sich um die französisch-niederländische Air France-KLM und die deutsche Lufthansa. Beide Unternehmen hatten am 29. Juli verbindliche Angebote für den Erwerb von 44,9 % der TAP abgegeben. Nach Angaben des Ministers für die Präsidentschaft Leitão Amaro, liegen die Angebote zwar inhaltlich auseinander, ihre Gesamtbewertung sei jedoch „sehr ähnlich“. Deshalb will die Regierung mit beiden Bewerbern weiterverhandeln, um verbesserte endgültige Angebote zu erhalten. Die zusätzliche Verhandlungsphase ist laut Beschluss des Ministerrats auf drei Wochen angesetzt. Die staatliche Beteiligungsgesellschaft Parpública soll beide Unternehmen offiziell dazu einladen und die Bedingungen für die abschließenden Angebote festlegen. Anschließend wird ein detaillierter Bericht erstellt, auf dessen Grundlage die Regierung einen Käufer auswählen will.
Beim Privatisierungsverfahren steht der Verkauf von bis zu 49,9 % des TAP-Kapitals zur Debatte. 5 % sind den Beschäftigten vorbehalten. Nicht von den Mitarbeitern erworbene Anteile können anschließend ebenfalls an den ausgewählten Investor gehen.
Bei der Bewertung der Angebote spielen neben den finanziellen Bedingungen auch strategische Aspekte eine Rolle. Dazu zählen geplante Investitionen, die Entwicklung der Flotte sowie das Engagement in Bereichen wie Wartung und nachhaltige Flugkraftstoffe.
Auch die Einhaltung arbeitsrechtlicher Zusagen wird berücksichtigt. Nach der Auswahl des Investors sind weitere formale Schritte erforderlich. Dazu gehören die Zustimmung des Ministerrats sowie die Freigabe durch die EU-Wettbewerbsbehörden.

