Das Smartphone-Verbot an Portugals Schulen wird ab 1. Januar 2027 auf Schüler der 7. bis 9. Klasse ausgeweitet. Das kündigte Bildungsminister Fernando Alexandre an. Die entsprechende Änderung des Schülerstatuts soll vom Ministerrat beschlossen werden. Den Schulen bleibt das erste Quartal des kommenden Schuljahres, um sich auf die neue Regelung einzustellen. Bisher galt das verbindliche Verbot für die 1. bis 5. Klasse. Ausnahmen, etwa aus nachgewiesenen gesundheitlichen Gründen, bleiben bestehen. Bereits im vergangenen Schuljahr hatten 52 % der Schulen der 7. bis 9. Klasse Smartphones verboten, weitere 30 % schränkten deren Nutzung ein. Untersuchungen des PLANAPP zeigen laut Bildungsministerium positive Auswirkungen. An Schulen ohne Smartphones stieg die soziale Interaktion demnach um 36 % gegenüber Schulen ohne Einschränkungen. Bei teilweisen Beschränkungen lag der Zuwachs bei 16 %. Auch die Disziplin verbesserte sich: um 13 % an Schulen mit vollständigem Verbot und um 9 % bei teilweisen Einschränkungen.
Alexandre verwies zudem auf die internationale Entwicklung. Inzwischen haben zahlreiche Bildungssysteme nationale Regeln zur Handynutzung an Schulen eingeführt. Die portugiesische Regierung will damit nach eigenen Angaben bessere Bedingungen für Lernen und die persönliche Entwicklung junger Menschen schaffen.
Das Verbot ist Teil einer Entwicklung, die 2024/25 mit einer Empfehlung für die jüngeren Jahrgänge begann. Im September 2025 wurde daraus ein verbindliches Verbot bis zur 5. Klasse. Parallel plant die Regierung weitere Maßnahmen, darunter die Einstellung von 1.406 spezialisierten Fachkräften, etwa zur Hälfte Psychologen. Auch die Neugestaltung von Außenbereichen an Schulen ist vorgesehen.

