Der Bürgermeister von Albufeira, Rui Cristina (Chega), hat die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Diskriminierung sowie Aufstachelung zu Hass und Gewalt zurückgewiesen. Er nimmt die Nachricht nach eigenen Angaben „mit Ruhe“ auf und steht weiterhin zu seinen Aussagen über die Vergabe von kommunalem Wohnraum.
„Meine Aussagen waren politischer Natur, richteten sich gegen niemanden und wurden in einem politischen Gremium, der Gemeindeversammlung, gemacht“, so Cristina.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bürgermeister Äußerungen vor, die er am 26. November 2025 während einer Debatte über Wohnungsbaupolitik und kommunale Grundstücke in der Gemeinde Albufeira gemacht hatte. Nach Angaben der Regionalstaatsanwaltschaft von Évora erklärte Cristina damals, die Gemeinde werde auf seine Entscheidung hin kein Geld im Rahmen der Wohnraumpolitik für eine bestimmte Gruppe von Bürgern ausgeben, die einer ethnischen Minderheit angehöre. Gemeint waren Roma.
Cristina bezeichnet sich als „verfolgt“, weil er für „Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle, die in der Gemeinde Albufeira leben“, eintritt. Er bekräftigt, dass er während seiner Amtszeit keinen kommunalen Wohnraum ausschließlich für eine bestimmte Ethnie oder Bevölkerungsgruppe schaffen will.
Der Wohnraum müsse vielmehr allen Einwohnern von Albufeira offenstehen, die ihn benötigten, und nach „gerechten, transparenten und für alle gleichen“ Kriterien vergeben werden. Privilegien für bestimmte Gruppen lehnt er ab.
Zugleich kritisiert Cristina bestimmte Ansätze der Inklusionspolitik. Die von vielen geforderte „Inklusion“ sei seiner Ansicht nach in manchen Fällen „Exklusion“.
Der Bürgermeister erklärt, er respektiere die Justiz und werde das Verfahren „mit erhobenem Haupt“ führen, ohne seine Überzeugungen aufzugeben. Sein Anwaltsteam prüft derzeit die Anklage. Nach den Gerichtsferien soll entschieden werden, ob die Eröffnung eines gerichtlichen Untersuchungsverfahrens beantragt wird.
Cristina ist seit dem 4. November Bürgermeister von Albufeira. Bei der Kommunalwahl im Oktober gewann der Chega-Kandidat mit 40,51 Prozent der Stimmen und beendete damit die jahrzehntelange Vorherrschaft der PSD/CDS-PP-Koalition in der Gemeinde.
Mit dem Wahlsieg übernahm Chega erstmals die Regierung einer Gemeinde im Distrikt Faro. Zuvor hatte die Partei bereits die Parlamentswahlen 2024 und 2025 in der Algarve gewonnen.

