In der Gemeinde Loulé ist die Lagune an der Foz do Almargem erneut illegal geöffnet worden – und das mitten in der sensiblen Brut- und Fortpflanzungszeit. Nach Angaben der Stadtverwaltung gefährdet der Eingriff das geschützte Ökosystem erheblich und bringt zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, darunter auch bedrohte Spezies, in akute Gefahr.
Der Bürgermeister von Loulé, Telmo Pinto, kündigte an, dass die Gemeinde Anzeige gegen die Verantwortlichen erstatten werde. Ziel sei es, die wiederholten Eingriffe zu unterbinden und den Schutz der betroffenen Arten sicherzustellen.
Bereits am 9. Februar war die Lagune künstlich zum Meer hin geöffnet worden. In Reaktion darauf hatte die Stadtverwaltung verstärkte Kontrollen durch die GNR sowie die Polícia Marítima angefordert und eigene Dienste mobilisiert. Dennoch kam es nun erneut zu einer unzulässigen Intervention.
Nach Einschätzung der Behörden beeinträchtigt die Öffnung des Feuchtgebiets insbesondere den Fortpflanzungszyklus vieler Vogelarten und gefährdet damit die Entwicklung einer neuen Generation. Auch weitere geschützte Arten könnten in ihrem Lebensraum erheblich gestört werden.
Die Stadtverwaltung betont, dass der Schutz von Lebensräumen und Arten eine gemeinsame Verantwortung darstellt. Illegale Eingriffe dieser Art hätten unmittelbare Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht und seien daher nicht hinnehmbar.
Rechtlich ist die eigenmächtige Öffnung der Lagune untersagt, sofern sie nicht durch die Umweltagentur (Agência Portuguesa do Ambiente, APA) erfolgt oder von dieser genehmigt wurde. Verstöße gelten als Umweltordnungswidrigkeit und können entsprechend geahndet werden. Die Gemeinde sammelt derzeit Beweismaterial für die geplante Anzeige.
Das Gebiet der Foz do Almargem und des Trafal wurde im Jahr 2024 als lokale Naturreserve ausgewiesen. Es beherbergt 329 nachgewiesene Tierarten sowie 236 Pflanzenarten, darunter zahlreiche schützenswerte Lebensräume wie Küstenlagunen und stabile Dünen. Mindestens 18 Pflanzenarten gelten als besonders erhaltenswert.

