An der Küste zwischen Quarteira und Garrão (Gemeinde Loulé) haben die Vorbereitungen für die groß angelegte Sandaufspülung begonnen. Die Maßnahme soll den Küstenschutz stärken und die Folgen von Unwettern abmildern.
Nach Angaben von José Pimenta Machado, Präsident der portugiesischen Umweltagentur (Agência Portuguesa do Ambiente, APA), werden derzeit Leitungen und technische Anlagen installiert, um Sedimente zu fördern und an besonders erosionsgefährdeten Strandabschnitten aufzubringen. Insgesamt sollen rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sand verteilt werden.
Die APA sieht das Projekt als Teil einer nachhaltigen Küstenstrategie, die darauf abzielt, Erosion und die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Eine aktuelle Analyse der Behörde zeigt, dass im Zuge mehrerer Stürme insgesamt 35 Strände der Algarve besonders stark betroffen waren. Die meisten Schäden wurden in den Gemeinden Albufeira (neun Strände) und Lagoa (acht Strände) registriert.
Als besonders kritisch gilt die Situation am Strand Praia do Peneco in Albufeira, wo sich die Strandlinie um bis zu 24 Meter zurückgezogen hat. Weitere erhebliche Rückgänge wurden unter anderem in Loulé Velho–Trafal (15 Meter), im Abschnitt Quarteira–Garrão (14 Meter) sowie am Strand Forte Novo (sechs Meter) festgestellt.
Bereits 2024 hatte die Umweltministerin Investitionen in Höhe von € 16,7 Mio. für den Küstenschutz an der Algarve angekündigt. Geplant sind Maßnahmen in Loulé und Portimão auf einer Gesamtlänge von acht Kilometern. Das größte Projekt betrifft den Abschnitt Quarteira–Garrão mit einem Volumen von € 14,3 Mio. und einer Länge von 6,6 Kilometern. Neben der Sandaufspülung ist auch die Sicherung der Steilküsten vorgesehen.
Der Bauauftrag für diesen Abschnitt wurde im Januar an das spanische Unternehmen Dravo S.A. vergeben, eine Tochter des niederländischen Konzerns Van Oord. Der Auftragswert liegt bei rund € 7,4 Mio. und damit unter dem ursprünglichen Ansatz von € 10,5 Mio. Die Bauzeit beträgt 238 Tage.
Zum Einsatz kommen sogenannte Saugbagger, die Sand vom Meeresboden aufnehmen und über schwimmende Rohrleitungen an den Strand transportieren. Diese Technik ermöglicht es, jeweils nur kurze Strandabschnitte von 100 bis 200 Metern zu beanspruchen, während der übrige Küstenbereich für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt.
Dravo ist seit Jahren im Bereich maritimer Bau- und Baggerarbeiten tätig und hat bereits zahlreiche Projekte in Portugal umgesetzt, darunter Arbeiten in mehreren großen Häfen sowie frühere Strandaufspülungen an der Algarve.
Quelle: Jornal Barlavento

