Die invasive Alge Rugulopteryx okamurae, die seit Jahren an der Algarve angespült wird, gilt laut der portugiesischen Umweltagentur APA als „kollektive Herausforderung“. Neben Soforthilfe sei eine langfristige, wissenschaftlich gestützte Strategie nötig, um Umwelt, Tourismus und Fischerei zu schützen.
Die aus Asien stammende Alge breitet sich im Mittelmeerraum seit rund zehn Jahren aus. Allein in der Algarve mussten Gemeinden bereits Hunderttausende Euro für die Säuberung der Strände aufbringen. Ende Juli verabschiedete die Regierung eine nationale Strategie, die eine koordinierte Reaktion auf allen Ebenen vorsieht – wissenschaftlich fundiert und regional angepasst. Ziel ist der Schutz der Küstenökosysteme, die Stärkung lokaler Gemeinschaften sowie die nachhaltige Nutzung der Biomasse. Die APA koordiniert eine neue Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Naturschutz, Wissenschaft, Gemeinden und Tourismus.
Im Fokus steht zunächst die Unterstützung bei der Algenbeseitigung, besonders während der Badesaison. Finanzielle Mittel und technisches Gerät sollen dafür aufgestockt, mobile Einsatzteams aktiviert werden.
Parallel arbeitet die Forschung an Fragen wie: Wie lässt sich die Ausbreitung stoppen? Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es? Denkbar ist eine Verwertung für Biogas, Düngemittel oder Kosmetika. Auch Frühwarnsysteme, eine nationale Algendatenbank und Bürgerbeteiligung sind Teil der Strategie.
Für Lagerung und Transport wird die Nutzung stillgelegter Salinen geprüft. Forschungsprojekte zur Biologie der Alge und zu ihrer Eindämmung sollen gezielt gefördert werden. Bereits aktiv ist das Meeresobservatorium Algarve OMA, das Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vernetzt. Die Umsetzung erfolgt über einen kurz- und mittelfristigen Aktionsplan mit jährlicher Überprüfung und laufender Beobachtung.

