Seit mehr als einem Jahr erhält die Carvoeiro Cat Charity Associação keine finanziellen Mittel von der Gemeinde Lagoa. Trotz nachweislicher Leistungen weit über das vertraglich Vereinbarte hinaus steht der Fortbestand zentraler Tierschutzarbeit in der Region auf dem Spiel
Text: Anabela Gaspar in ESA 04/2026
Fotos: CCCA
Die Carvoeiro Cat Charity Associação (CCCA), eine gemeinnützige Tierschutzorganisation für Katzen in der Algarve, bittet die Öffentlichkeit dringend um Unterstützung. Grund dafür ist der seit über einem Jahr ausbleibende finanzielle Beitrag der Gemeinde Lagoa.
In einer Pressemitteilung erklärt der Verein, dass er weiterhin alle Ziele gemäß dem Protokoll Nr. 21/SAS/2024 mit der Gemeinde Lagoa erfülle, während er sich gleichzeitig um mehr als 250 Katzen kümmere. Dennoch müsse CCCA auf eine jährliche Förderung von bis zu € 25.000 verzichten. Zwar habe eine kleine Erbschaft aus dem Nachlass eines Unterstützers die akute Finanzierungslücke vorübergehend geschlossen, doch solche Zuwendungen seien weder planbar noch als dauerhafte Einnahmequelle geeignet.
Sollte die CCCA gezwungen sein, ihre Arbeit einzustellen, stünde die Gemeinde Lagoa vor einer unmittelbaren tierschutzrelevanten Krise. „In diesem Fall müsste sie 254 Katzen unterbringen und vermitteln; jährlich mehr als 50 Hochrisiko-Übernahmen aus dem städtischen Tierheim bewältigen; mehrere wilde Katzenkolonien in der Region betreuen; rund um die Uhr Notrufe entgegennehmen sowie Blutbankdienste für Katzen in ganz Portugal sicherstellen“, listet CCCA auf. Die Tierschützer betonen, dass es sich bei den Tieren um Katzen aus dem Gemeindegebiet handelt, die somit in die Zuständigkeit der Câmara Municipal de Lagoa fallen. Der Aufbau kommunaler Strukturen zur Übernahme dieser Aufgaben würde nach Einschätzung der CCCA voraussichtlich mindestens das Dreifache der bisherigen jährlichen Förderung kosten.
Corinna Janiec, Gründerin und Präsidentin der CCCA, erklärt: „Wir haben alle möglichen Wege beschritten – zahllose Telefonate geführt, E-Mails geschrieben und Termine bei der Gemeindeverwaltung wahrgenommen. Wir möchten glauben, dass es sich um ein administratives Versäumnis handelt und nicht um bewusste Vernachlässigung. Doch während Unterlagen auf Schreibtischen liegen, leiden die Tiere.“
CCCA suche keine Sympathie, sondern eine verlässliche Partnerschaft. „Wir bitten die Gemeindeverwaltung, ihr Versprechen einzuhalten. Und wir bitten die Bürger um Unterstützung, um diese Lücke gemeinsam zu schließen.“
Seitens der Gemeinde stellt Paulo Duarte die Situation anders dar. Für das Jahr 2025 sei kein Abkommen mit der CCCA unterzeichnet worden, weshalb rechtlich keine ausstehende Forderung bestehe. Zudem sei 2025 aufgrund der Kommunalwahlen ein „atypisches Jahr“ mit „administrativen und operativen Einschränkungen“ gewesen, weshalb mit mehreren Vereinen keine Protokolle abgeschlossen worden seien. Gleichzeitig kündigte Duarte an, dass für 2026 eine neue Vereinbarung mit verdoppelter Fördersumme vorbereitet werde. Seit 2021 habe die Gemeinde insgesamt € 82.000 an CCCA überwiesen.
CCCA bestätigt, dass 2025 kein neues Abkommen unterzeichnet wurde, weist jedoch darauf hin, dass dies nur einen Teil der Fakten widerspiegelt. Nachdem zu Jahresbeginn 2025 kein Vertrag zustande gekommen war, suchte der Verein aktiv den Kontakt zur Gemeinde. Am 4. Juni 2025 kam es zu einem Treffen mit der damaligen Vizepräsidentin der Câmara de Lagoa, Anabela Simão, an dem auch der Gemeindetierarzt teilnahm. In diesem Gespräch wurde eine finanzielle Unterstützung in vergleichbarer Höhe zum Abkommen von 2024 zugesagt. Ein entsprechender Vertrag wurde jedoch nie vorgelegt, und die Zusage nicht eingelöst.
Die Begründung, wonach wahlbedingte Einschränkungen eine Zahlung verhindert hätten, weist CCCA zurück. Vier Jahre zuvor sei ebenfalls ein Wahljahr gewesen, dennoch seien Protokoll, Unterzeichnung und Auszahlung erfolgt. Zudem handle es sich bei den Mitarbeitenden der Verwaltung um angestellte und nicht um gewählte Personen, was das Argument einer wahlbedingten Verzögerung weiter relativiere. „Hier stellt sich die grundsätzliche Frage, ob Menschen oder Tiere auf Nahrung warten sollen, nur weil politische Arbeitszeit für Wahlkampf verwendet wird“, so ein Vertreter des Vereins.
Zwar habe CCCA seit 2019 Fördermittel erhalten, diese hätten jedoch stets nur rund ein Drittel der tatsächlichen Kosten für Futter, Hygiene, tierärztliche Versorgung und medizinische Behandlungen gedeckt – für Tiere, die ursprünglich in der Verantwortung der Gemeinde stehen.
Trotz der angespannten finanziellen Lage verzeichnete CCCA im Zeitraum 2024–2025 erhebliche Leistungen: 167 Sterilisationen (120 % über der vertraglichen Verpflichtung); 31 eingefangene, kastrierte und rückgeführte Wildkatzen; 97 gerettete Hochrisikokatzen, d. h. Katzen, bei denen ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche, soziale oder vermittelungsbezogene Probleme besteht, sowie 34 erfolgreiche Adoptionen. Aktuell betreut der Verein 240 Katzen und liegt damit 20 % über der vertraglich vereinbarten Kapazität.
Von der Quinta dos Gatos in Porches aus betreibt CCCA zudem regionale Programme wie Trap-Neuter-Return (TNR), das Management mehrerer Katzenkolonien, eine landesweit tätige Katzenblutbank in Partnerschaft mit der Banco Sangue Animal, eine 24/7-Notfallrettung, spezialisierte Einrichtungen für FIV- und FeLV-positive Katzen, ein Ausbildungszentrum für Tiermedizinstudierende sowie Aufklärungsprogramme für Schulen.
„CCCA arbeitet ausschließlich mit Freiwilligen und erzielt mit durchschnittlich € 338 pro Katze und Jahr einen erheblichen Mehrwert für die Gemeinschaft – weniger als die Hälfte der üblichen kommunalen Kosten für Tierkontrolle, die zwischen € 800 und € 1.200 liegen“, so CCCA. Die jährlichen Betriebskosten werden durch Spenden, Sachleistungen, Patenschaften, Spendenaktionen, Mitgliedsbeiträge und die – bislang zum Teil rückständige – Unterstützung der Gemeinde gedeckt.
Zur Unterstützung des CCCA
Geldspenden:
Banküberweisung: IBAN PT50 0036 0256 9910 0062 04965, Swift/BIC: MPIOPTPL
PayPal: ccca@protonmail.com (als Freund markieren, um Gebühren zu vermeiden)
Monatliche Patenschaften ab 10 €
Sachspenden: Katzenfutter und Katzenstreu (60 Säcke pro Woche), Baumaterialien, Fliesen, Vorhänge, Bettwäsche, Decken, Handtücher, Kissen, Laken
Freiwilligenarbeit: Betreuung im Tierheim, Unterstützung bei Veranstaltungen, Transport, Kommunikation.
Workaway-Programm: 2-3-wöchige Aufenthalte mit Unterkunft. Derzeit sind 16 Nationalitäten in der Freiwilligenbasis vertreten.
Adoptionen: Katzen jeden Alters suchen ein neues Zuhause, darunter auch liebe FIV+-Katzen für erfahrene Adoptierende.
Für weitere Informationen oder Besuche im Tierheim:
ccc.carvoeirocatcharity@gmail.com
WhatsApp: +351 918 552 788
carvoeirocatcharity.com
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