Der portugiesische Umweltverband Zero fordert eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom für Privathaushalte von 23 % auf 6 %. Grund sei eine „inakzeptable Verzerrung“ der Energiepreise, die Strom mehr als doppelt so teuer mache wie Erdgas. Dies untergrabe die Klimaziele der Dekarbonisierung, da Gas ein reiner fossiler Brennstoff sei, während der portugiesische Strommix bereits zu 70 % aus erneuerbaren Energien bestehe.
Laut einer Analyse der Verbraucherpreise kostete eine Kilowattstunde (kWh) Strom € 0,1658 und damit mehr als doppelt so viel wie eine kWh Erdgas (€ 0,0785).
Selbst unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Effizienz von Geräten – ein Gasherd hat einen Wirkungsgrad von 50 %, eine Induktionsplatte von 90 % – bleibe Strom im Vergleich teurer. Bei den täglichen Grundgebühren sei der Nachteil für Stromkunden sogar 4,1-mal höher.
Zero macht den Staat für diese Schieflage mitverantwortlich. So seien in der Vergangenheit die Gasnetze mit EU-Hilfe stark subventioniert worden, was den fossilen Verbrauch indirekt begünstige. Die Kosten für den notwendigen Ausbau der Stromnetze müssten dagegen vollständig über den Strompreis getragen werden.
Die Umweltschützer begrüßen zwar das staatliche Förderprogramm „E-LAR“, das den Tausch von Gas- gegen Elektrogeräte unterstützt, fordern aber weitere Schritte. Um den Wechsel zur Elektrizität als sauberer Energiequelle wirklich attraktiv zu machen, müsse die Preislücke schnell geschlossen werden. Dafür sei eine Überarbeitung der Preisberechnungsmethoden durch die Energieregulierungsbehörde ERSE nötig.
Zero appelliert an Regierung und Parlament, im nächsten Staatshaushalt alle direkten und indirekten Subventionen für fossilen Gasverbrauch zu streichen und stattdessen die Mineralölsteuer (ISP) progressiv zu erhöhen.

