Bis zum 20. August haben verheerende Waldbrände in Portugal rund 200.000 ha Land zerstört – 17-mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Besonders dramatisch war die Lage Mitte des Monats: Innerhalb von nur zwei Tagen gingen 64.000 ha in Flammen auf, was fast der Hälfte der seit Jahresbeginn betroffenen Fläche entsprach. Die Brände forderten zudem drei Todesopfer.
Zwischen dem 1. Januar und dem 14. August waren zunächst knapp 75.000 ha registriert worden. Zwei Tage später stieg die Zahl jedoch sprunghaft auf über 139.000 ha. Daraufhin bat Portugal die Europäische Union um Hilfe. Mit diesen Zahlen verzeichnete das Land die größte Brandfläche seit 2017, als bis Mitte August mehr als 164.000 ha zerstört wurden.
Während der Norden und das Zentrum Portugals im August von Flammen verwüstet wurden und Einsatzkräfte wie Bevölkerung unter akutem Mangel an Löschmitteln litten und verzweifelten, sorgte das Verhalten der politischen Führung für Kritik: Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa hielt sich im Urlaub in der Algarve auf, ebenso wie Premierminister Luís Montenegro, der an einem der dramatischsten Tage beim Jahresfest „Festa do Pontal“ seiner Partei in Quarteira auftrat. Portugiesische Fernsehsender zeigten die Kontraste in Split-Screen-Bildern: verzweifelte Bewohner und erschöpfte Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen auf der einen Seite, Staats- und Regierungschef lachend und anstoßend mit Bier auf der anderen.

