In Portugal steht dem Gesundheitswesen ein Jahr mit anhaltenden Arbeitskampfmaßnahmen bevor. Die Nationale Gewerkschaft der Beschäftigten öffentlicher Dienste und Einrichtungen mit öffentlichem Auftrag hat einen landesweiten Streik aller Gesundheitsberufe angekündigt, der seit dem 1.1. bis zum 31.12.2026 gelten soll.
Betroffen sind sämtliche Beschäftigten des Gesundheitssektors – unabhängig von Arbeitsvertrag, Laufbahn oder Gewerkschaftszugehörigkeit. Dazu zählen unter anderem Ärzte, Pflegekräfte, medizinisch-technische Fachkräfte, Pflegeassistenten, Hilfspersonal sowie weiteres Krankenhaus- und Gesundheitsfachpersonal. Der Streik richtet sich insbesondere gegen Überstunden sowie zusätzliche Operationen im Rahmen des nationalen chirurgischen Wartelisten-Managementsystems SIGIC.
Nach Angaben des koordinierenden Gewerkschaftssekretärs António Moreira soll mit dem Protest Druck auf die Regierung ausgeübt werden, um langjährig unerfüllte Forderungen durchzusetzen. Dazu gehören die Wiederanrechnung gestrichener Bewertungspunkte im staatlichen Leistungs- und Bewertungssystem SIADAP für Gehalts- und Karrierefortschritte, die Nachholung ausstehender Leistungsbeurteilungen, die Anerkennung des Berufs der Pflegeassistenz als Tätigkeit mit hoher körperlicher und psychischer Belastung sowie zusätzliche Neueinstellungen.
Zudem fordert die Gewerkschaft ein Ende überlanger Arbeitszeiten mit bis zu 16-Stunden-Schichten und die Auszahlung eines Risikozuschlags für Pflege- und Assistenzberufe. Das nationale Gesundheitssystem befinde sich in einem „stillen Kollaps“, warnte Moreira. Mindestdienste in rund um die Uhr betriebenen Einrichtungen sollen jedoch gewährleistet bleiben.

