Trotz der Bedeutung von Radwegen für eine nachhaltige Mobilität stockt die Umsetzung weiterhin. 2019 und 2020 wurde ein Budget von insgesamt € 7,3 Mio. vom Umweltfonds zur Förderung von Verbindungen zwischen Gemeinden bereitgestellt. 16 Bewerbungen von 17 Gemeinden wurden eingereicht, doch bislang ist kein einziger Radweg realisiert worden. Schwierigkeiten bei der Planung, technische Hürden und fehlende Abstimmung zwischen Kommunen führten zu Verzögerungen. Mittlerweile sind einige der Förderverträge bereits ausgelaufen, ohne dass die Bauarbeiten begonnen wurden, wodurch neue Finanzierungsquellen erforderlich sind.
Das Ziel der Radwegeprojekte war es, die Abhängigkeit vom Auto zu verringern, den Radverkehr zu fördern und die öffentlichen Verkehrsmittel zu ergänzen. Bis 2025 sollten laut Plänen Verbindungen wie Porto-Matosinhos und Lissabon-Oeiras fertiggestellt werden. Viele Kommunen beklagen, dass die bereitgestellten Mittel nicht ausreichten, um die Baukosten zu decken. Pro Kilometer Radweg waren € 120.000 vorgesehen, bei einer Finanzierung von maximal 50 % der Gesamtkosten. Die Pandemie und die gestiegenen Baukosten durch Inflation verschärften die Probleme. Manche Gemeinden, wie Sintra oder Covilhã, versuchten, die Fristen zu verlängern oder zusätzliche Mittel zu beantragen – ohne Erfolg.
Im Oktober 2024 kündigte die Regierung im Rahmen des Paktes der Grünen Mobilität eine neue Phase zur Finanzierung von Radwegen an. Bis 2025 sollen insgesamt € 3 Mio. bereitgestellt werden – weniger als in den ersten beiden Förderrunden, die sich als nicht ausreichend erwiesen. Kritiker bemängeln, dass diese Summe nur einen Bruchteil der ursprünglich von der vorherigen Regierung angekündigten € 300 Mio. bis 2030 ausmacht. Zudem bleiben viele der strukturellen Probleme ungelöst, etwa das Fehlen von Mechanismen zur Sicherstellung der rechtzeitigen Fertigstellung.
Der Verband portugiesischer Fahrradnutzer (FPCUB) betont die Dringlichkeit solcher Projekte, insbesondere für die Sicherheit von Frauen und Kindern im Verkehr.

