2023 kehrten rund 70.000 Portugiesen ihrem Heimatland den Rücken. Damit blieb die Zahl der Auswanderungen im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil. Hauptzielland war erneut die Schweiz mit 12.652 registrierten Zuzügen, gefolgt von Spanien (11.554) und Frankreich (7.426). Dies geht aus dem aktuellen Bericht zur portugiesischen Emigration hervor, herausgegeben vom Observatório da Emigração und dem Instituto Universitário de Lisboa (ISCTE).
Während sich das Gesamtbild kaum veränderte, zeigten sich markante Rückgänge in einzelnen Ländern: Die Auswanderung ins Vereinigte Königreich sank um über 40 % – ein anhaltender Trend seit dem Brexit. Auch die Migration nach Frankreich ging um 25 % zurück.
Trotz dieser Rückgänge liegt die portugiesische Emigration in den meisten Zielländern weiterhin über dem Niveau vor der COVID-19-Pandemie. Deutschland verzeichnete 6.375 Einreisen, die Niederlande 4.892, das Vereinigte Königreich 4.414, Belgien 3.857 und Luxemburg 3.638.
Ziele mit geringeren Zuzugszahlen waren u.a. die USA (890), Österreich (778), Norwegen (709), Brasilien (547) sowie Australien (91) und Macau (53), die das untere Ende der Statistik bilden.
Trotz des Rückgangs im relativen Anteil portugiesischer Migranten bleibt ihr Einfluss in einzelnen Ländern deutlich spürbar: In Luxemburg stellten sie 13,5 % aller Zuwandernden und in der Schweiz 5,2 %.
Die Mehrheit der Auswandernden war männlich und im erwerbsfähigen Alter. Dennoch zeigt sich in einigen Ländern ein höherer Frauenanteil – etwa im Vereinigten Königreich (50,5 %), in Frankreich (50,4 %) oder in Australien (46,2 %).
Ein bemerkenswerter Anstieg wurde bei den Einbürgerungen in den USA verzeichnet: 11.896 Portugiesen erhielten dort 2023 die Staatsbürgerschaft – ein Plus von 21,9 % gegenüber dem Vorjahr.

