Ärzte der medizinischen Onkologie in der Algarve haben offiziell ihre Verantwortung für die Patientenversorgung niedergelegt – ein drastischer Schritt, der die gravierenden Missstände im regionalen Gesundheitswesen offenlegt.
Die Ärztegewerkschaft FNAM veröffentlichte einen Bericht, der zeigt, wie verzögerte Medikamentenfreigaben und Diagnosen direkte Auswirkungen auf das Überleben von Krebspatienten haben. Neben der medizinischen Unterversorgung beklagen die Fachärzte auch mangelhafte Infrastruktur, wie fehlendes warmes Wasser und defekte Sanitäreinrichtungen. Ein massiver Personalmangel gefährdet zudem die onkologische Versorgung, inklusive defekter lebenswichtiger Geräte für die Chemotherapie-Vorbereitung. FNAM warnt vor struktureller Desorganisation, die die klinische Sicherheit gefährde. Besonders empörend sei, dass das Fachpersonal nicht in die Planungen zur Neustrukturierung der onkologischen Versorgung einbezogen werde. Die Stadt Loulé plant zusammen mit der ULS Algarve und dem biomedizinischen Forschungszentrum ABC eine neue onkologische Behandlungseinheit in Höhe von € 3,5 Mio. – größtenteils durch EU-Mittel finanziert –, die bis 2026 fertiggestellt sein und das derzeitige System entlasten soll (ESA berichtete). Angesichts der Missstände fordert FNAM sofortige Maßnahmen: mehr Personal, bessere technische Ausstattung und die Einbindung der Fachärzte in alle strategischen Entscheidungen – für eine sichere und menschenwürdige Krebsversorgung im Süden Portugals.

