Portugals Flughäfen erhalten ab 2026 deutliche Verstärkung: Fast 50 Einsatzkräfte der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex werden künftig gemeinsam mit der neuen Nationalen Einheit für Ausländer und Grenzen (Unidade Nacional de Estrangeiros e Fronteiras, UNEF) der Sicherheitspolizei PSP die Passagierkontrollen übernehmen. Der Einsatz beginnt jetzt im Januar, ab März soll das vollständige Kontingent von 48 Beamten im Dienst sein. Hintergrund ist ein Kooperationsplan zwischen PSP und Frontex, der neben zusätzlichem Personal und Ausrüstung auch Ausbildungsprogramme umfasst. Der Einsatz ist zunächst auf ein Jahr angelegt – mit Option auf Verlängerung.
Am stärksten profitiert der Flughafen Lissabon: 26 Frontex-Kräfte, davon 23 speziell für die Grenzkontrolle ausgebildet, werden dort stationiert. Porto erhält zwölf, Faro zehn weitere Beamte. Bis März sollen in Lissabon 18 und in Porto acht Kräfte im Einsatz sein.
Die Maßnahme folgt auf monatelange Probleme an den Flughäfen, wo sich Passagierströme vor den Passkontrollen stauten – verschärft durch das neue EU-Grenzkontrollsystem für Drittstaatsangehörige. Die Regierung hatte deshalb eine Taskforce eingerichtet. Parallel unterstützten bereits Ende vergangenen Jahres acht Frontex-Fachleute Portugal in Fragen freiwilliger und verpflichtender Rückführungen. Zudem wurden im Rahmen der Zusammenarbeit rund 100 PSP-Beamte für Luftbegleitungen zertifiziert. Seit der Auflösung der Ausländerbehörde SEF (Serviço de Estrageiros e Fronteiras) vor zwei Jahren liegen die Kompetenzen der Grenzkontrollen bei der PSP. Die UNEF beschäftigt aktuell rund 1.200 Polizisten an allen Flughäfen des Landes sowie im nationalen Grenzmanagement.

