Forschende aus Portugal und Spanien haben ein einfaches, aber wirkungsvolles Hilfsmittel gegen sexuelle Gewalt entwickelt: Ein Papierarmband mit integriertem Sensor, das innerhalb von Sekunden sogenannte „K.O.-Tropfen“ in Getränken nachweisen kann. Die Innovation erkennt Substanzen wie GHB, Burundanga und Cathinone – gängige Mittel bei Fällen von sogenannter chemischer Subjugation.
„Mit dieser Armbandlösung können wir Konzerte, Festivals und Clubs sicherer machen“, sagt Carlos Lodeiro Espiño von der Universidade Nova in Lissabon. Die Armbänder, bereits in Spanien im Einsatz, sind in Portugal über die Startup-Website Nanoarts erhältlich. Ziel ist, sie über Veranstalter oder Kommunen zu verbreiten.
Die Anwendung ist einfach: Mit einem Strohhalm die Flüssigkeit auf das Armband auftragen – bei Kontamination färbt es sich grün. Besonders heimtückisch: GHB ist geschmack-, geruchs- und farblos, wirkt binnen Minuten und lässt sich nach wenigen Stunden kaum mehr im Körper nachweisen.
Laut Forschenden sank in Valencia die Zahl der versuchten Vergewaltigungen durch den Einsatz der Armbänder deutlich. Die Entwickler arbeiten nun daran, das System auch als forensischen Beweis anerkennen zu lassen. Ziel sei ein zugängliches, präventives Werkzeug, das hilft, sexuelle Gewalt zu verhindern.

