Erlebnisort Rätselraum
ESA stellte ein Räuber-Team für ein explosives Abenteuer zusammen! In nur 60 Minuten gelang es uns, die Sicherheitssysteme und den Tresor einer Bank in Carvoeiro zu knacken und mit stolzen € 500.000 zu entkommen. Ein „kopfbrecherisches“ Vergnügen, das unsere Neugierde auf weitere Abenteuer geweckt hat!
Durch Netflix wurde die Serie „Haus des Geldes“ (Originaltitel „La casa de papel“) zu einem globalen Phänomen, das seinesgleichen sucht. Die Handlung dreht sich um den kriminellen Mastermind, El Professor, der bis ins kleinste Detail einen aufwendigen Überfall plant, bei dem er und seine Verbrecher, die sich nach Hauptstädten nennen, das System angreifen wollen. Konkrete Feinde sind dabei der Kapitalismus, weshalb sie eine Gelddruckzentrale und die Geldreserve von Spanien überfallen; die Politik, die stets die eigenen Interessen statt die der Bürger im Blick hat; und natürlich die Polizei, die sich oft selbst über das Gesetz erhebt. Im Handumdrehen werden die Verbrecher zu den Helden.
Obwohl der Rätselraum „The Bank Heist“ von Escape Carvoeiro von „Haus des Geldes“ inspiriert ist, muss man die Serie nicht gesehen haben oder kennen, um die Rätsel und Aufgaben zu lösen.
Es ist elf Uhr morgens. Wie die Verbrecher der Serie, ausgestattet mit Salvador Dali-Masken und Waffen, brechen wir in die – fiktive! – Filiale der International Bank in Carvoeiro ein. Der Professor hat alles geplant, ein Maulwurf hat Hinweise hinterlassen und falls nötig, steht uns der Gamemaster mit Rat zur Seite. Er wird uns während des Überfalls, sprich des Spielverlaufs, live beobachten. Wuppertal, Dortmund, Dordrecht und Faro, das heißt wir, haben ein Zeitfenster von 60 Minuten, bis die Polizei auftaucht. Erfahrung haben wir keine, dafür eine Menge Enthusiasmus. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lösen wir Rätsel um Rätsel, erhalten jedes Mal einen kleinen Dopamin-Stoß und werden immer schneller und besser. Dabei erfahren wir, dass Logik, Verstand, Geschicklichkeit, Kombinationsgabe und Teamarbeit gefragt sind. Zu viel wollen wir nicht verraten, schon gar keine Hinweise geben, die beim Lösen der Rätsel helfen könnten. Nur einen Tipp: überall genau hinschauen. Und die goldene Regel überhaupt: zusammenarbeiten!
In der Ferne sind bereits die Polizeisirenen zu hören, als es uns mit rasenden Herzen gelingt, den Tresor zu knacken und mit einer halben Million davonzukommen. Euphorisch stürmen wir aus der Bankfiliale. Der Professor wäre sicher stolz auf uns!
„Nicht schlecht für den ersten Banküberfall“, lobt uns schmunzelnd Gamemaster Marcelo de Sousa, Eigentümer von Escape Carvoeiro und, wie der Professor, auch ein Mastermind. Denn sowohl das Szenarium als auch alle Rätsel und Aufgaben, die wir meistern mussten, stammen aus seinem kreativen Kopf. Und nicht nur die vom Banküberfall-, sondern auch die vom Seven Seas-Raum. Hierbei handelt es sich um ein Piratenschiff, in dem die Spieler aus einer Zelle entkommen, in die Kammer des Kapitäns einbrechen und den Schatz stehlen müssen.
Dass wir nicht die einzigen sind, die von Marcelos Escape Rooms begeistert sind, beweist die Tatsache, dass Escape Carvoeiro letztes Jahr den Travellers‘ Choice Award von Trip Advisor erhielt und bei Google der Rätselraum in der Algarve mit der höchsten Bewertung ist. Innerhalb von zwei Jahren blickt Marcelo bereits auf über 4.000 zufriedene Gäste zurück.
Zudem hat sich Marcelo Aufgaben und Rätsel für Fluchtspiele unter freiem Himmel, sogenannte City Escape Games, ausgedacht. Vier „Missionen“ stehen den Spielern zur Wahl: Eine Invasion von Außerirdischen verhindern; ein magisches Portal schließen, durch das böse Kreaturen eindringen, die die Stadt angreifen; Hacker daran hindern, die Stadt in totale Dunkelheit zu stürzen; oder als Spione der Operation Mindfall eine Terrororganisation stoppen, die ein Virus in das Trinkwasser der Stadt freigesetzt hat. Bei allen dienen Carvoeiros Gassen als Kulisse.
Unser Fazit: Fluchtspiele sind der ideale Spaßbringer und Zeitvertreib – egal in welchem Alter.
In ESA 03/24 Text: Anabela Gaspar


