Vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs und den Spannungen zwischen den USA und Europa gewinnen in Europa Debatten über neue Formen militärischer Rekrutierung an Bedeutung. In Portugal hat die Regierung angesichts chronischen Personalmangels in den Streitkräften das Programm „Defender Portugal“ vorgestellt.
Geplant ist ein drei- bis sechswöchiger ziviler Dienst, vergütet mit rund € 439 und verbunden mit der Möglichkeit, einen Führerschein zu erwerben. Offiziell soll das Programm jungen Menschen einen ersten Kontakt mit den Streitkräften ermöglichen und langfristig die Rekrutierung fördern. Bis Ende 2027 sollen rund 3.700 neue Militärangehörige gewonnen werden.
Aus den Streitkräften kommt jedoch deutliche Kritik. Das Programm sei lediglich „Sauerstoff für eine Leiche“ und „ein Flickwerk“. Der ehemalige Generalstabschef der Marine und frühere Präsidentschaftskandidat Henrique Gouveia e Melo sprach von einer „Nutzlosigkeit“ und einer weiteren „Marketing-Aktion der Regierung“.

