Symbolfoto: Taylor Flowe / Unsplash
Eine aktuelle Studie der Banco de Portugal beleuchtet die tiefgreifende soziale Kluft im portugiesischen Bildungssystem. Demnach gelingt es nur 10,9 % der Kinder aus einkommensschwachen Familien, deren Eltern höchstens das 9. Schuljahr abgeschlossen haben, bis in den Hochschulbereich vorzudringen. Damit bestätigt sich erneut: Armut wird in Portugal häufig vererbt – durch mangelnde Bildungschancen und finanzielle Benachteiligung.
Deutlich höher liegt die Quote bei 31,1 % für Kinder mit gleichem Bildungsstand der Eltern, jedoch besserer finanzieller Ausgangslage. Noch augenfälliger ist der Unterschied bei Akademikerfamilien: Über 70 % ihrer Kinder erreichen eine Hochschule – unabhängig vom Einkommen. Der Bericht verweist zudem auf die langfristigen Folgen: Kinder aus wirtschaftlich schwachen Haushalten haben ein um 6,7 Prozentpunkte höheres Armutsrisiko als Gleichaltrige aus finanziell besser gestellten Familien (19,2 % gegenüber 12,5 %).
Die Ergebnisse machen den dringenden Handlungsbedarf deutlich: Bildungspolitik und Sozialstaat müssen gezielter ansetzen, um den Teufelskreis der sozialen Vererbung zu durchbrechen.

