Portugals Export von Cannabis für medizinische Zwecke wächst weiter kräftig. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 66,3 t ausgeführt – mehr als 80 % der Gesamtmenge des vergangenen Jahres. Das geht aus den aktuellen Berichten der portugiesischen Arzneimittelbehörde Infarmed hervor. 2025 hatte Portugal mehr als 79 t medizinisches Cannabis exportiert. Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt bereits 2024: Damals verdreifachte sich die Exportmenge von 11.973 auf 31.188 kg. Wichtigster Absatzmarkt bleibt die EU. Deutschland, Spanien und Dänemark sind dabei die führenden Zielländer.
Parallel zur steigenden Produktion hat Infarmed seine Kontrollen verstärkt. Zwischen Januar und Juni dieses Jahres wurden 32 Inspektionen in Anbau- und Produktionsbetrieben durchgeführt, davon allein 27 im Bereich Anbau. Im gesamten Jahr 2025 waren es 57 Kontrollen, nach 38 im Jahr 2024. Ende Juni verfügten 43 Unternehmen über eine Genehmigung für Anbau und Herstellung.
Auch im portugiesischen Inland nimmt die Nutzung medizinischer Cannabispräparate zu. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 5.413 entsprechende Verschreibungen registriert. Im gesamten Jahr 2025 waren es 7.023, 2024 lediglich 4.143. Medizinisches Cannabis darf in Portugal seit einer 2018 verabschiedeten Regelung verschrieben werden. Voraussetzung ist, dass herkömmliche Behandlungen nicht ausreichend wirken oder erhebliche Nebenwirkungen verursachen. Zugelassene Anwendungsgebiete reichen unter anderem von Übelkeit und Erbrechen infolge bestimmter Krebstherapien bis zu chronischen Schmerzen, Epilepsie und schweren kindlichen Krampferkrankungen.

