Die portugiesische Polizei PSP beobachtet eine zunehmende Zahl von Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus, die Portugal mit Bussen und Zügen aus anderen europäischen Ländern erreichen. Besonders betroffen seien die Ballungsräume Lissabon und Porto, sagte João Ribeiro, stellvertretender nationaler Direktor der PSP und Leiter der Abteilung für Ausländer und Grenzkontrollen (UNEF). Die Entwicklung sei nicht neu, habe aber zuletzt zugenommen. Menschen, die sich bereits in anderen europäischen Staaten in einer irregulären Situation befinden, würden sich innerhalb des Schengen-Raums von Land zu Land bewegen und teilweise über Portugal weiterreisen. Die PSP führt nach eigenen Angaben mobile Grenzkontrollen an wichtigen Bus- und Bahnhöfen durch. Portugal werde zudem als Transitland genutzt, um über den Luftweg in andere EU-Staaten weiterzureisen. Ribeiro nannte als Beispiel Reisende, die Portugal lediglich als Zwischenstation auf dem Weg nach Nordeuropa nutzen, wo sich Familienangehörige oder größere Gemeinschaften ihrer Herkunftsländer befinden. Die Entwicklung sei für Portugal und die EU ein Grund zur Sorge. In den kommenden Monaten will die PSP die Kontrollen an Verkehrsknotenpunkten und in Bereichen mit entsprechenden Risikofaktoren verstärken. Gleichzeitig wies Ribeiro den Vorwurf zurück, die UNEF betreibe eine „Jagd“ auf Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus. Die Behörde verfolge vielmehr einen gezielten Ansatz und konzentriere ihre Arbeit auf Orte, an denen konkrete Risikofaktoren festgestellt würden.

