Die portugiesische Regierung startet morgen ein internationales öffentliches Ausschreibungsverfahren im Umfang von drei Millionen Euro, um die tägliche Zeitungsverteilung in dünn besiedelten Regionen für die kommenden drei Jahre sicherzustellen.
Das im Aktionsplan für die Medien vorgesehene Programm hat ein jährliches Volumen von einer Million Euro und wird in zwei geografische Lose aufgeteilt: eines für die Regionen Nord und Zentrum sowie ein weiteres für Lissabon und Tejo-Tal, Alentejo und Algarve.
Ziel der Maßnahme ist es, neue Marktteilnehmer zu gewinnen, den Wettbewerb im Vertriebssektor zu stärken und sogenannte „Nachrichtenwüsten“ im Landesinneren zu verhindern. Die flächendeckende Zustellung von Printmedien soll so auch in abgelegenen Regionen gewährleistet bleiben.
Als Begründung verweist die Regierung auf sinkende Verkaufszahlen im Pressehandel sowie den demografischen Rückgang im Landesinneren, die die wirtschaftliche Tragfähigkeit der täglichen Zeitungsverteilung zunehmend beeinträchtigen. Infolgedessen habe sich der Markt auf einen einzigen Anbieter konzentriert, der die Versorgung der dünn besiedelten Regionen aus wirtschaftlichen Gründen künftig nicht mehr gewährleisten könne.
Die Vorbereitung der Ausschreibung sei „besonders komplex“ gewesen, unter anderem aufgrund der Marktsituation mit nur einem etablierten Betreiber sowie „ernsthaften Problemen“ bei der vom Unternehmen bereitgestellten Datenbasis.
Das Fördermodell beruht auf zwei Säulen: einer direkten Finanzierung der Zustellung über das Ausschreibungsverfahren sowie einer zusätzlichen Unterstützung für Verkaufsstellen in strukturschwachen Gebieten in Kooperation mit den Gemeinden. Dafür wird derzeit ein Rahmenabkommen zwischen Portugal MediaLab und dem Nationalen Verband der portugiesischen Gemeinden ausgearbeitet.
Die Berechnung der Mittel basiert laut Regierung auf den tatsächlichen Betriebskosten, regionalen Unterschieden sowie gestiegenen Ausgaben etwa für Treibstoff und Löhne.
Das Programm sieht eine Abdeckung von 96 Gemeinden in strukturschwachen Regionen vor. Die Förderquote variiert je nach Bevölkerungsdichte, wobei die höchsten Zuschüsse (125 %) für 26 Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern und unter 18 Einwohnern pro Quadratkilometer vorgesehen sind.
Der künftige Auftragnehmer muss u. a. mindestens eine Verkaufsstelle pro Gemeinde auf dem portugiesischen Festland gewährleisten, eine diskriminierungsfreie Verteilung aller Zeitungen sicherstellen sowie monatlich detaillierte Daten zu Verkäufen, Kosten und Verkaufsstellen liefern.
Die Ausschreibung wird am 2. Juni im portugiesischen Amtsblatt sowie im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Bewerbungen können innerhalb von 60 Tagen eingereicht werden.

