Die Gesundheitsversorgung im Süden des Landes steht weiter unter Druck: Die regionale Gesundheitseinheit ULS Algarve verzeichnete 2025 die höchsten Ausgaben für externe Dienstleister im gesamten staatlichen Gesundheitssystem. Das geht aus aktuellen Zahlen der Gesundheitsverwaltung hervor. Insgesamt gab der portugiesische Gesundheitsdienst (SNS) im vergangenen Jahr rund € 266,8 Mio. für sogenannte „Prestadores de Serviço“ aus – also extern engagierte Fachkräfte. Das entspricht einem Anstieg von 15,6 % gegenüber 2024 und fast 30 % im Vergleich zu 2023. Mit etwa € 21,6 Mio. entfiel der größte Anteil auf die ULS Algarve, die damit deutlich vor anderen Regionen wie Oeste oder Médio Tejo liegt.
Den Löwenanteil dieser Ausgaben verursachen weiterhin externe Ärzte, deren Honorare sich auf knapp € 250 Mio. summieren – ein Plus von über 17 %. Dagegen gingen die Kosten für externe Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe leicht zurück. Insgesamt wurden rund 6,68 Mio. Arbeitsstunden über externe Verträge abgedeckt.
Hintergrund der hohen Ausgaben ist ein strukturelles Problem: Der Mangel an medizinischem Personal zwingt viele Einrichtungen dazu, kurzfristig auf externe Kräfte zurückzugreifen. Diese Praxis gilt zwar als notwendig, um Versorgungslücken zu schließen und Wartezeiten zu begrenzen, wird jedoch von den Behörden selbst als Übergangslösung beschrieben. Die Regierung plant daher strengere Regeln für solche Beschäftigungsmodelle. Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern zu reduzieren und mehr Fachkräfte dauerhaft im öffentlichen System zu halten. Die Zahlen aus der Algarve verdeutlichen damit ein grundlegendes Dilemma: Ohne zusätzliches Personal bleibt das SNS auf teure externe Hilfe angewiesen – mit entsprechend steigenden Kosten.

