Portugal verfügt derzeit über 42 Intensivstationen mit 801 aktiven und 921 installierten Betten. Das entspricht 7,7 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner und liegt damit unter dem europäischen sowie dem OECD-Durchschnitt von zehn Betten. Portugal hatte die Zahl der Intensivbetten zwischen 2010 und 2022 nahezu verdoppelt, doch seither stagniert der Ausbau. Gleichzeitig bleiben zahlreiche vorhandene Kapazitäten ungenutzt: In 21 Intensivstationen stehen installierte Betten nicht zur Verfügung, in den meisten Fällen wegen fehlender Pflegepersonen. Nur 14 der 42 Stationen erreichen eine Auslastung unterhalb der als optimal geltenden Marke von 75 %.
Die Versorgung variiert regional stark. Während die Zentralregion den niedrigsten Versorgungsgrad aufweist, schneiden die autonomen Inselregionen am besten ab. Neue Intensivstationen seien derzeit nur in Coimbra und im Westen des Landes geplant.
Positiv entwickelt sich dagegen die Zahl spezialisierter Intensivmediziner. Seit Einführung des Fachgebiets im Jahr 2017 wächst die Zahl der Fachärzte kontinuierlich. Dennoch fordert die Expertengruppe eine stärkere regionale Koordination, bessere Vernetzung der Kliniken und ein digitales System zur Echtzeit-Erfassung freier Betten.

