Portugal verstärkt seine Bemühungen um eine nachhaltigere Landwirtschaft: Eine Gruppe von Landwirten erhält insgesamt € 1,5 Mio., um ihre Produktion auf sogenannte regenerative Praktiken umzustellen. Die Unterstützung richtet sich an Betriebe in den Regionen Évora, Elvas und Castro Verde. Dort produzieren die Landwirte u. a. Getreide, das in der Herstellung von Babynahrung verwendet wird. Die finanzielle Förderung ist langfristig angelegt und soll bis 2027 ausgezahlt werden.
Hinter dem Programm steht ein internationales Engagement des Lebensmittelkonzerns Nestlé, der insgesamt € 4,5 Mio. in Portugal und Spanien investieren will. Ziel ist es, die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen, die Bodenqualität zu verbessern und gleichzeitig den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken.
Der Ansatz der regenerativen Landwirtschaft setzt dabei weniger auf technologische Neuerfindung als auf bewährte Methoden. Es gehe darum, den Boden zu schonen, natürliche Kreisläufe zu stärken und die Abhängigkeit von intensiven Anbaumethoden zu reduzieren. Ein Konzept, das laut Projektverantwortlichen in gewisser Weise eine Rückbesinnung auf frühere landwirtschaftliche Praktiken darstellt. Auslöser für die Initiative ist auch der Blick auf die eigene Lieferkette: Ein Großteil der Emissionen entstehe bereits in der landwirtschaftlichen Produktion. Entsprechend wächst der Druck auf Unternehmen, hier nachhaltiger zu wirtschaften.
Begleitet wird das Projekt von einer Informationskampagne, die Verbraucher für das Thema sensibilisieren soll. Mit einer mobilen Ausstellung tourt ein speziell gestalteter Bus durch das Land, um die Idee der regenerativen Landwirtschaft verständlich zu vermitteln. Die Initiative zeigt, wie stark sich der Agrarsektor im Wandel befindet – zwischen wirtschaftlichem Druck, Klimazielen und der Suche nach neuen, altbewährten Wegen der Produktion.

