Der boomende Onlinehandel von Arzneien birgt erhebliche Risiken für Verbraucher in Europa. Die portugiesische Arzneimittelbehörde Infarmed warnt nun, dass ein Großteil der im Internet gekauften Produkte nicht den geltenden Sicherheits- und Kennzeichnungsvorschriften entspricht. Besonders betroffen sind Waren, die von Anbietern außerhalb der EU stammen. Grundlage der Warnung ist eine europaweite Kontrollaktion, bei der mehr als 11.000 Produkte untersucht wurden. Die Ergebnisse sind alarmierend: In zahlreichen Fällen wurden Verstöße gegen grundlegende EU-Vorschriften festgestellt – von fehlender oder fehlerhafter Kennzeichnung bis hin zu verbotenen Inhaltsstoffen. Besonders häufig betraf dies Kosmetika, Nahrungsergänzungsmittel und Schutzprodukte.
Allein bei Kosmetikartikeln lag der Anteil nicht konformer Produkte bei rund 65 %. Viele Artikel wiesen keine vollständige Dokumentation auf oder enthielten Substanzen, die in der EU nicht zugelassen sind. Auffällig ist zudem die Herkunft der beanstandeten Produkte: Ein Großteil stammt aus sogenannten Drittstaaten, insbesondere aus China, den USA und dem Vereinigten Königreich. Der rapide Anstieg des Onlinehandels habe dazu geführt, dass immer mehr Sendungen direkt an Verbraucher geliefert werden – häufig ohne ausreichende Kontrolle.
Infarmed betont daher die Bedeutung verstärkter Marktüberwachung. Ziel sei es, die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten und zugleich faire Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu schaffen, die sich an die europäischen Regeln halten. Für Konsumenten bedeutet das: Beim Kauf im Internet ist Vorsicht geboten – insbesondere bei vermeintlich günstigen Angeboten aus dem Ausland.

