Die Zahl der in Portugal angezeigten schweren und gewalttätigen Straftaten ist im Jahr 2025 um 1,6 % gesunken. Gleichzeitig nahm die allgemeine Kriminalität um 3,1 % zu. Das geht aus dem Jahresbericht zur Inneren Sicherheit (RASI) hervor.
Dem Bericht zufolge ist der Anstieg bei der allgemeinen Kriminalität vor allem auf eine intensivere Kontrolle und eine höhere polizeiliche Präsenz zurückzuführen. Genannt werden unter anderem Delikte im Straßenverkehr, der Besitz verbotener Waffen sowie Fälle von Ungehorsam.
Premierminister Luís Montenegro erklärte, der Bericht zeige eine „allgemeine Stabilisierung“ der Zahlen, weise jedoch auch auf einzelne Entwicklungen hin, die Anlass zur Sorge gäben.
Dazu zählt weiterhin die häusliche Gewalt. Zwar ging die Zahl der Anzeigen in diesem Bereich im dritten Jahr in Folge zurück, diesmal um 1,9 % auf 29.644 Fälle. Dennoch kamen laut Bericht 27 Menschen infolge häuslicher Gewalt ums Leben, darunter 21 Frauen, vier Männer und zwei Kinder. 69 % der Opfer waren Frauen. Die meisten Anzeigen wurden in den Bezirken Lissabon, Porto und Setúbal registriert.
Auch bei Vergewaltigungen verzeichnet der Bericht einen Anstieg. Nach Angaben des RASI wurde in dieser Deliktskategorie der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre erreicht.
Zugenommen haben außerdem Straftaten im Zusammenhang mit illegaler Einwanderung. Laut Bericht stiegen sowohl die Zahl der Anzeigen als auch die Zahl der Beschuldigten und Festnahmen. Die Regierung kündigte an, ihre Maßnahmen gegen Menschenhandels- und Schleusernetzwerke fortzusetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist die Drogenkriminalität. Hier registrierten die Behörden mehr Anzeigen, Festnahmen und Sicherstellungen. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei beschlagnahmtem Haschisch aus, dessen Menge um 102,6 % zunahm. Bei Heroin wurde dagegen ein Rückgang um 33,7 % verzeichnet.
Vermögensdelikte wie Diebstahl, Raub und Betrug machten mit 50,5 % den größten Anteil an der Gesamtkriminalität aus. Straftaten gegen Personen, darunter Körperverletzung, Bedrohung und Tötungsdelikte, standen für 25 % aller registrierten Fälle. Diebstahl blieb die am häufigsten angezeigte Straftat.
Ebenfalls gestiegen sind die Zahlen bei Alkohol am Steuer ab 1,2 Promille, beim Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis sowie bei Betrugsdelikten im Zusammenhang mit dem Kauf oder der Anmietung beweglicher Güter.
Das Fazit: Portugal bleibt insgesamt ein sicheres Land, auch wenn einzelne Indikatoren weiter beobachtet werden müssten.

