Die Stadtverwaltung von Lagoa wird beim Umweltfonds um eine Fristverlängerung für die Fertigstellung des geplanten „Bioparque da Cidade de Lagoa“ im Feuchtgebiet Alagoas Brancas bitten.
Die Stadt hatte das Grundstück im Januar 2024 für € 3,67 Mio. erworben und damit die Bebauung des Feuchtgebiets gestoppt (ESA berichtete). Die finanziellen Mittel wurden vom Umweltfonds bereitgestellt. Im Gegenzug verpflichtete sich die Stadt, den Biopark bis zum 31. Dezember 2025 fertigzustellen – bislang liegt jedoch nicht einmal ein fertiges Projekt vor.
Bürgermeister Luís Encarnação räumt ein, dass die ursprünglichen Zeitpläne deutlich überschritten wurden und der Ablauf „komplett veraltet“ ist. Er verweist auf „verschiedene Wechselfälle“.
Ein Entwurfsprojekt wurde im Juli 2024 beim Naturschutzinstitut ICNF eingereicht. Die Behörde wies jedoch insbesondere auf Konflikte zwischen Besucherwegen und Brutgebieten der heimischen Vogelwelt hin. Seitdem habe die Stadtverwaltung keinen weiteren Kontakt aufgenommen. Andererseits kritisiert Encarnação, dass andere beteiligte Institutionen wie die Umweltagentur APA oder die regionale Entwicklungskommission CCDR Algarve nur verzögert reagiert oder noch keine abschließende Bewertung abgegeben hätten. Der Planungsprozess würde aber nicht stillstehen, versichert er. Ziel sei es, bis Mai oder Juni einen ausführungsreifen Plan vorzulegen, das Verfahren bis August oder September zu starten und im Jahr 2027 mit dem Bau zu beginnen – vorbehaltlich der endgültigen Abstimmungen. Derzeit würden Zeitpläne noch ausgearbeitet und Umweltschutzorganisationen sowie Mitglieder der Bürgerbewegung Salvar as Alagoas Brancas angehört.
Letztere kritisieren jedoch, dass bislang keine Treffen mit der Stadtverwaltung stattgefunden hätten und fordern eine offizielle Schutzklassifizierung des Feuchtgebiets, die Aufhebung des noch aktiven Bebauungsgenehmigungsplans sowie eine nachhaltige Sicherung des Lebensraums. Bürgermeister Encarnação versichert hingegen, dass nur der Biopark auf dem Gelände errichtet wird und keine weiteren Bauprojekte geplant sind.
Trotz dieser Zusicherung betrachtet die Bürgerbewegung die ökologische Lage weiterhin kritisch: Der Lebensraum der Alagoas Brancas sei nach wie vor gefährdet, während in der Umgebung neue Bauprojekte wie zuletzt ein Paddel-Komplex entstehen.
Die Bedenken dürften jedoch zumindest teilweise relativiert werden, denn Anfang März hat das portugiesische Parlament Initiativen von Chega, PAN und Livre zum Schutz des Gebiets angenommen und damit die politische Grundlage für konkrete Schutzmaßnahmen geschaffen.

