Nach den schweren Stürmen zwischen Ende Januar und Anfang Februar plant die portugiesische Regierung dringende Sicherungsmaßnahmen an der Algarve-Küste. Die Stabilisierung der Steilklippen habe „oberste Priorität“, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, erklärte Umweltministerin Maria da Graça Carvalho heute bei einem Besuch in Albufeira.
Die Ministerin besichtigte die Strände Praia de Maria Luísa und Praia do Peneco. Die Schäden reichten jedoch entlang der gesamten portugiesischen Küste – von Moledo im Norden bis Vila Real de Santo António im Süden. Besonders schwer betroffen sei die Region Algarve, wo Stürme, Starkregen und heftige Winde zahlreiche Klippen destabilisiert hätten.
Die Umweltagentur (Agência Portuguesa do Ambiente, APA) schließe derzeit eine landesweite Bestandsaufnahme ab. Ergebnisse und konkrete Projekte sollen in rund einer Woche in Porto vorgestellt werden.
In Albufeira sorgt insbesondere der markante Felsen am Strand von Peneco für Besorgnis. Nach Angaben von Bürgermeister Rui Cristina weist das Wahrzeichen Risse auf und könnte einstürzen. Ein Sicherheitsbereich wurde bereits eingerichtet. Die Stadt wolle alles daransetzen, den symbolträchtigen Felsen zu erhalten, eine technische Lösung müsse jedoch gemeinsam mit der APA und dem Nationalinstitut für Bauingenieurwesen (Laboratório Nacional de Engenharia Civil, LNEC) erarbeitet werden.
Die Umweltministerin kündigte an, das LNEC in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Ziel aller Maßnahmen sei es, die Sicherheit an den Stränden zu gewährleisten.
Das Umweltministerium verfolgt dabei eine dreigleisige Strategie: kurzfristige Sicherung der Klippen und kleinere Sandaufspülungen noch vor Beginn der Badesaison, mittelfristige Projekte mit Umweltverträglichkeitsprüfung sowie strukturelle Großmaßnahmen, die erst zur nächsten Saison abgeschlossen sein sollen. Die kurzfristigen Arbeiten – darunter auch die Reparatur von Holzstegen – sollen mit „schneller und flexibler“ Finanzierung rechtzeitig umgesetzt werden.
Zugleich betonte die Ministerin, dass die Küstenüberwachung landesweit kontinuierlich erfolge. Die Aufschüttung von Sand an einigen der bekanntesten Strände Portugals soll zwischen Mai und Anfang Juni beginnen.

