Premierminister Luís Montenegro hat im Parlament das bislang größte Investitionsprogramm in Rettungsfahrzeuge für den nationalen medizinischen Notdienst INEM angekündigt. Zu Beginn der turnusmäßigen Parlamentsdebatte sprach Montenegro den Familien der drei Menschen sein Beileid aus, die im Laufe des Januars nach mutmaßlichen Verzögerungen im Rettungseinsatz ums Leben gekommen waren.
Die Regierung habe die Anschaffung von insgesamt 275 neuen Fahrzeugen beschlossen, darunter 163 Rettungswagen, 34 Notarztfahrzeuge (VMER) sowie 78 weitere Einsatzfahrzeuge. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf € 16,8 Mio. und stellt laut Montenegro das größte Vorhaben dieser Art der vergangenen zehn Jahre dar.
Der Regierungschef räumte ein, dass die Opfer möglicherweise keine rechtzeitige Hilfe erhalten hätten – trotz bereits verstärkter Einsatzmittel in den Regionen Lissabon und Setúbal. In den vergangenen zehn Jahren seien lediglich 100 Fahrzeuge für den INEM angeschafft worden, ein Viertel der nun bewilligten Summe. Damit werde ein strukturelles Defizit behoben, das schwerwiegende Folgen gehabt habe. Darüber hinaus kündigte Montenegro an, dass kurzfristig 400 bis 500 Betten in intermediären Pflegeeinrichtungen geschaffen werden, um Krankenhäuser zu entlasten.
Die Investitionen seien Teil einer umfassenden Reform des Rettungsdienstes, einschließlich technischer Modernisierung der Leitstellen und eines neuen Triage-Systems. Auch Reformen in Justiz, Mobilität und Wohnungswesen kündigte der Premierminister an. Gesundheitsministerin Ana Paula Martins bleibe trotz Kritik im Amt.

