Ein aktueller Bericht der OECD zeigt: Im Jahr 2025 gehörten die öffentlichen Rentenausgaben in Portugal zu den höchsten innerhalb der OECD-Länder. Der Staat gab rund 13 % seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Renten aus – ein Anteil, der nur von wenigen Ländern übertroffen wird. Damit entfallen in Portugal 27,3 % der öffentlichen Ausgaben auf Renten – ähnlich wie in Österreich, Frankreich und Finnland. Nur Griechenland und Italien weisen laut dem Bericht höhere Rentenausgaben in Relation zum BIP auf. Zwischen 2000 und 2024 stieg der Anteil der Rentenausgaben am BIP in Portugal um etwa fünf Prozentpunkte – von 7,8 % auf 13 %. Damit verzeichnet Portugal einen der stärksten Zuwächse im Vergleich zur OECD-Durchschnittsentwicklung.
Als Folge des demografischen Wandels und der Alterung der Bevölkerung gewinnt die Finanzierung der Renten immer mehr Gewicht. Dass der Anteil der Rentenausgaben am BIP so deutlich gestiegen ist, dürfte die Debatte um die langfristige Nachhaltigkeit des Rentensystems neu entfachen. In vielen Ländern zielen Reformen darauf ab, das Pensionssystem tragfähig zu halten – Portugal ist nun eines jener Länder, in denen der Druck besonders groß geworden ist. Der OECD-Bericht verdeutlicht, wie stark Rentenpolitik und Sozialstaat inzwischen die Haushaltsstruktur prägen. Für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stellt sich die Frage: Wie lässt sich Gerechtigkeit für Rentner sichern – und zugleich finanzielle Stabilität gewährleisten?

