Ein wegweisender Schritt für den Tierschutz und die soziale Integration: In Portugal dürfen künftig Altenheime, Notunterkünfte für Obdachlose sowie Frauenhäuser auch Haustiere ihrer Bewohner aufnehmen. Möglich macht das ein neues Programm des Landwirtschaftsministeriums, das dafür € 400.000 bereitstellt – im Rahmen eines umfassenden Pakets zur Förderung des Tierwohls in Höhe von insgesamt € 14,5 Mio. Ziel der Maßnahme ist es, den Zugang zu sozialen Unterstützungsangeboten zu erleichtern. Für viele Menschen in prekären Lebenslagen ist ihr Haustier ein wichtiger emotionaler Halt – und oft der Grund, Hilfsangebote abzulehnen, wenn diese die Mitnahme von Tieren ausschließen. Künftig sollen spezielle Bereiche für Hunde und Katzen eingerichtet werden, mindestens 10 % der Unterkunftskapazität soll dafür vorgesehen sein.
Die Förderung richtet sich an Kommunen und interkommunale Träger. Die Unterkünfte müssen Tierbereiche wie Zwinger, Katzenräume und wenn möglich auch Auslaufflächen schaffen, die den geltenden Standards für Tierwohl entsprechen. Die Projektpläne sind innerhalb von vier Monaten nach Förderzusage einzureichen, die Umsetzung muss innerhalb eines Jahres erfolgen. Neben der Unterbringung von Tieren umfasst das Investitionspaket auch Maßnahmen gegen Aussetzung, die Förderung verantwortungsvoller Adoptionen sowie die Digitalisierung des Heimtierausweises.

