Der EU-Fonds für einen gerechten Übergang zur Klimaneutralität, der Regionen der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des europäischen Grünen Deals hilft, fließt in Portugal teilweise in den Bau von Luxushotels.
Im Rahmen des Programms „Alentejo 2030“ stehen für die Küstenregion Alentejo insgesamt € 99 Mio. aus dem Fonds bereit, um die wirtschaftlichen Folgen der Stilllegung des Kohlekraftwerks in Sines abzufedern. Davon wurden € 19 Mio. für fünf touristische Projekte genehmigt, darunter ein neues Vier-Sterne-Hotel in Santo André (Santiago do Cacém) sowie zwei Fünf-Sterne-Landhotels in Melides (Grândola) und Santiago do Cacém. Nuno Mascarenhas, Bürgermeister von Sines, übt deutliche Kritik: „Der Fonds erfüllt nicht die Aufgabe, für die er geschaffen wurde.“ Bisher seien von den € 99 Mio. nur rund € 20 Mio. abgerufen worden – davon lediglich € 406.000 für die berufliche Umorientierung ehemaliger Kraftwerksmitarbeiter.
Ursprünglich war der Fonds dazu gedacht, die sozioökonomischen Folgen des Kohleausstiegs abzufedern und Arbeitsplätze zu sichern. Dass ein erheblicher Teil der Mittel nun in den Luxustourismus fließt, sorgt in der Region für Unmut.

